18.05.2017 15:09

natureplus wird Umweltorganisation

Category: Von und über natureplus

Auf der Generalversammlung von natureplus im Mai wurde die Satzung grundlegend verändert, um den Verein im Umwelt- und Verbraucherschutz zu positionieren.

Sitzungspause im Hotel Albrechtshof, Berlin.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Uwe Welteke-Fabricius brachte es auf den Punkt: "Ab heute ist natureplus eine europäische Umwelt- und Verbraucherorganisation im Baubereich und nicht länger nur ein Labelgeber. Das ist der entscheidende Meilenstein einer langen Entwicklung und die logische Konsequenz aus der Ausgliederung des Wirtschaftsbetriebs Zertifizierung in die NATUREPLUS INSTITUTE SCE." Auf der Generalversammlung des natureplus e.V. am 8. Mai in Berlin wurde satzungsrechtlich nachvollzogen, was bereits auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar in München beschlossen worden ist: Die wirtschaftlichen Tätigkeiten des Vereins vor allem in der Prüfung und Zertifizierung von Bauprodukten und der Vergabe des natureplus-Labels werden an die europäische Genossenschaft (SCE) NATUREPLUS INSTITUTE abgegeben, an welcher der natureplus e.V. einen kleinen Anteil hat. Der Verein konzentriert sich im Gegenzug auf die gemeinnützigen Aktivitäten in der Verbraucherinformation, im Umweltschutz sowie in der wissenschaftlichen Forschung bezüglich Nachhaltigkeit im Bauwesen.

Arbeitsteilung zwischen Verein und Genossenschaft

Die künftige Arbeitsaufteilung - noch ist die NATUPLUS INSTITUTE SCE nicht eingetragen und kann derzeit ihre Tätigkeiten noch nicht aufnehmen - sieht demnach folgendermaßen aus: Der Verein hat weiterhin die Aufgabe, auf Grundlage von wissenschaftlicher Forschung die Kriterien für nachhaltige Bauprodukte festzulegen und damit die inhaltliche Ausrichtung des Labels zu bestimmen. Hinzu treten Aufgaben in der Information der breiten Öffentlichkeit, der Weiterbildung der bausachverständigen Zielgruppen und bei der weiteren internationalen Verbreitung des Vereins. Hier ist insbesondere auch im Feld der politischen Lobbyarbeit für die Ziele des Vereins im Allgemeinen und für das Label im Besonderen sowie in der Kooperation mit anderen Organisationen des nachhaltigen Bauens, national wie international, noch viel zu tun. Demgegenüber hat die Genossenschaft die Durchführung des gesamten Zertifizierungsprozesses vom Abschluss der Prüfungs- und Lizenzverträge bis hin zur Labelvergabe zur Aufgabe. Das Institut vermarktet das Label selbst, übernimmt also vor allem die Kundenakquisition und die Beteiligung an Messen und Ausstellungen, und wird zugleich auch die natureplus-Datenbank pflegen und weiterentwickeln. Im Gegenzug führt die NATUREPLUS INSTITUTE SCE einen Teil der eingenommenen Nutzungsgebühren an den Verein ab, der auf diese Weise sein Vermögen (die Markenrechte am natureplus-Label) verwaltet.

Neue Sparte: Privatleute können jetzt auch aktiv mitwirken

Im Zuge der zahlreichen Satzungsänderungen, die stets einstimmig angenommen wurden und in der Regel auf die Abgrenzung von der Labelvergabe und die Formulierung der neuen Aufgaben des Vereins abzielten, wurden noch einige organisatorische Umstrukturierungen vorgenommen. Die wichtigste: Ab jetzt können auch interessierte Privatpersonen sich aktiv im Verein einbringen und die Leistungen des Vereins in Anspruch nehmen. Für sie wurde im paritätisch besetzten Vorstand und in der nach Sparten gegliederten Stimmberechtigung eine neue Sparte eingerichtet, so dass der natureplus e.V. nun 8 gleichberechtigte Sparten der verschiedenen Interessensgruppen (Hersteller, Händler, Bauwirtschaft, Beratungsorganisationen, Umweltverbände, Gewerkschaften, Wissenschaft und Privatleute) umfasst. Wie natureplus-Geschäftsführer Thomas Schmitz betonte, wird der Verein künftig stärker als bisher Mitgliederwerbung betreiben: "Hier sind große Wachstumspotentiale noch ungenutzt." Außerdem soll nun beim Finanzamt die Anerkennung als gemeinnütziger Verein angestrebt werden, was neben einer besseren Reputation u.a. auch steuerliche Vorteile bringt.

Internationale Verbreitung

Eine weitere wichtige Aufgabe sieht der Vorstand in der Gründung von Landesverbänden in den verschiedenen Ländern, in denen natureplus aktiv ist. Dadurch könnte die Botschaft von natureplus wesentlich besser auf die nationalen Verhältnisse angepasst und leichter verbreitet werden. Hier sind in den verschiedenen europäischen Staaten die Voraussetzungen allerdings noch sehr unterschiedlich und in den meisten Ländern ist es derzeit noch nicht möglich, solche Landesverbände von natureplus zu gründen. Hier muss die Mitgliederwerbung erst einmal die Basis deutlich verbreitern. Deshalb wurde auch der Vorschlag des Vorstands verworfen, schon jetzt eine Regel einzuführen, wie diese Landesverbände im künftigen Vorstand repräsentiert sein sollen. Das kann bis zur Generalversammlung 2018 warten, bis dahin ist der aktuelle Vorstand gewählt und bleibt im Amt. Allerdings zeichnet sich an der Vereinsspitze ein Wechsel ab: Uwe Welteke-Fabricius wird den Vorstand nach einer Übergangszeit aus beruflichen Gründen verlassen, für ihn rückt als Vertreter der deutschen Umweltorganisation BUND (Friends of the Earth) Rolf Buschmann nach, der einstimmig von der Versammlung gewählt wurde. Wer dann künftig den Vorsitz im Vorstand innehat, entscheidet der Vorstand noch vor der Sommerpause.


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