Ausschreibungshilfen

Die öffentlichen Auftraggeber – Bund, Länder und Kommunen – haben sich zu einer bedeutenden Triebkraft des nachhaltigen und wohngesunden Bauens entwickelt. Der politische Wille hierzu ist jedenfalls da, allerdings fehlt es noch weitgehend an der praktischen Umsetzung. Einzig die Bundesbehörden haben sich mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) eine verbindliche Handlungsgrundlage geschaffen. Aber auch diese sieht keine Regeln vor, wie sich im Ausschreibungsverfahren gezielt nach Bauprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen suchen ließe. Das europäische Vergaberecht und die Rechtsgrundlagen des Beschaffungswesens in Deutschland bieten eigentlich ausreichend Möglichkeiten, um auch im Baubereich eine nachhaltige Beschaffung („Green Public Procurement“) zu etablieren. Aber diese Möglichkeiten sind noch weitgehend unbekannt und den Behörden fehlt oft das nötige spezifische Fachwissen.

Von entscheidender Bedeutung hierbei wäre nämlich, dass die öffentlichen Auftraggeber bereits in der Phase der Ausschreibung die „Spezifikationen“, also in diesem Fall die Nachhaltigkeitseigenschaften, genau definieren, die sie von den Produkten und Dienstleistungen erwarten, die im Verfahren angeboten werden sollen. Hier scheitert es oft bereits daran, dass die zuständigen Mitarbeiter nicht wissen, welche Anforderungen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit sie hier vernünftigerweise verlangen sollen und welche sie überhaupt verlangen können, weil sie auch im Markt bedient werden. Deshalb möchten Behörden gerne diese Fachdiskussion vermeiden und bestimmte Umwelt-Gütesiegel – in Deutschland v.a. den „Blauen Engel“ – als Qualitätsanforderung vorschreiben. Dies ist allerdings vergaberechtlich sehr umstritten und nur unter sehr engen Bedingungen zulässig. Deshalb verzichten heute die meisten Behörden ganz auf ein nachhaltiges Beschaffungswesen im Baubereich.

Hier hat natureplus einen Service etabliert, um sowohl im öffentlichen als auch im privaten Planungsbereich in den Ausschreibungstexten die Anforderungen an nachhaltige Bauprodukte zu verankern. Die folgenden „Ausschreibungsshilfen“ enthalten die Nachhaltigkeitsanforderungen für mehrere innenraumrelevante Produktgruppen, die sich aus Umwelt-Gütezeichen wie natureplus®, dem „Blauen Engel“, Emicode und anderen Labels ergeben. Sie werden laufend aktualisiert und fortgeschrieben, hier sollen in Zukunft noch vermehrt Label aus anderen Ländern Europas berücksichtigt werden. Jedenfalls kann man aus diesen Labels die Kriterien ablesen, die im Bereich der Nachhaltigkeit aus der Gesellschaft heraus bisher entwickelt wurden, die bei Wirtschaft wie Wissenschaft bereits Akzeptanz gefunden haben. Die betrachteten Gütezeichen tauchen dann lediglich als eine Nachweismöglichkeit der gewünschten Eigenschaften auf.

Die „Ausschreibungshilfen“ sind nicht notwendigerweise als Ganzes zu verwenden, sie können auch als Textbausteine genutzt werden; die ausschreibende Institution kann sich die aus ihrer Sicht wichtigsten Eigenschaften heraussuchen. Die Texte sollen dann in die Allgemeinen Vorbemerkungen zum Leistungsverzeichnis aufgenommen werden, entweder als Teil des Auftragsgegenstandes oder in den technischen Spezifikationen. Wenn Sie hierzu Fragen haben, beraten wir Sie gern in der Anwendung.

So wissen dann alle Baubeteiligten, was gefordert und wie dies zu erfüllen ist. So finden dann hoffentlich nachweislich nachhaltige Produkte, wie die natureplus-zertifizierten Baumaterialien, mehr Beachtung. 

Bitte bedienen Sie sich an den folgenden Texten, wenn Sie Ihre Bauausschreibungen nachhaltig und wohngesund gestalten wollen!