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    23.04.12 17:48

    Gefährlicher Lehm?

    Vor ein paar Tagen gab es via @SPIEGELONLINE eine Veröffentlichung mit dem Titel "Radioaktivität: Forscher warnen vor Strahlung in Lehmhäusern" (siehe http://spon.de/adDzv). Darin heißt es u.a.: „In einem komplett aus Lehm gebauten Haus mit geringerer Luftwechselrate wäre die Strahlenbelastung mit etwa 4,6 Millisievert pro Jahr deutlich höher, erklärt Forscherin Gierl im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Damit würde die Dosis über dem Schwellenwert von 3,0 Millisievert für Atemluft liegen, ab dem die Weltgesundheitsorganisation Maßnahmen zur Senkung der Strahlenbelastung empfiehlt. Denn ansonsten steigt das Risiko der Bewohner, an Lungenkrebs zu erkranken.“ Wohl gemerkt, diese Aussage erfolgte aufgrund einer Hochrechnung konkreter Messergebnisse aus einem einzigen Gebäude, einem historischen Fachwerkhaus.
    natureplus empfindet es als unverantwortlich, aufgrund eines einzelnen Messergebnisses den bewährten Baustoff Lehm weltweit pauschal unter Verdacht zu stellen. Noch ist nicht einmal bewiesen, dass die radioaktive Belastung aus dem Lehm stammt. Das als Ausgangsstoff des radioaktiven Isotops verdächtige Thorium ist in zahlreichen mineralischen Baustoffen enthalten. Üblicherweise ist die Gefahr einer Belastung durch Radon vor allem in älteren Gebäuden mit nicht hinreichend abgedichteten Kellern in bestimmten Regionen mit natürlichen Radonvorkommen besonders hoch. Dies hat mit den Baustoffen, aus denen das Gebäude besteht, eher nichts zu tun.
    Auch natureplus ist sich der Problematik natürlicher Radioaktivität bewusst und führt im Verdachtsfall Radioaktivitätsmessungen an zahlreichen Baustoffen durch. Tatsächlich wurde dieses nun verdächtige Isotop durch unsere Messungen bislang nicht erfasst, weil es von den Fachleuten aufgrund seines raschen Zerfalls als irrelevant angesehen wurde. Wir werden die Hinweise, die sich aus der Forschungsarbeit des Helmholtz-Zentrums München ergeben, gemeinsam mit dem Dachverband Lehm e.V. ernsthaft und seriös weiter verfolgen. Dieser steht mittlerweile in Kontakt mit einer Arbeitsgruppe zum Thema beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt).

    Der Dachverband Lehm hat inzwischen eine Stellungnahme abgegeben, die u.a. unter Verweis auf das Bundesamt für Strahlenschutz die akuten Besorgnisse ausräumt: http://bit.ly/IbEUDn

    Lesen Sie im Anhang auch eine Erklärung zweier unabhängiger Wissenschaftler zur Einordnung der bisherigen Erkenntnisse.




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