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Presse

10.06.10 16:01

Immobilien: Naturnähe gefragt, Neubau geht zurück

Landluft statt Großstadtlärm: Die Mehrheit der Kaufinteressenten in Deutschland (65 Prozent) sucht ihr Eigenheim aktuell gezielt in grüneren und ruhigeren Lagen. Besonders begehrt sind dabei die so genannten Speckgürtel deutscher Großstädte. Nur rund jeden dritten Immobilienkäufer (36 Prozent) zieht es direkt in die Stadt - zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage von Interhyp und ImmobilienScout24. Dabei wurden im Mai über 3.600 Interessenten von Kaufimmobilien in Deutschland nach ihren Lagewünschen befragt.
Eigenheimerwerbern ist es demnach besonders wichtig, dass in der direkten Umgebung der Immobilie Einkaufsmöglichkeiten (65 Prozent) und eine Anbindung an öffentliche Verkehrmittel (55 Prozent) vorliegen. Auch die Nähe zu Natur (43 Prozent) oder Parkanlagen (28 Prozent) sind für die Befragten von Bedeutung.
Nur etwa jeder Zehnte hingegen wünscht sich ein umfassendes kulturelles oder gastronomisches Angebot wie Theater, Oper oder Restaurants und Bars in der Nähe. Das sehen die Käufer, die älter als 60 Jahre sind, ein wenig anders: 22 Prozent der Älteren wollen kulturelle Möglichkeiten in der direkten Umgebung. Jüngere (30- bis 40-jährige) Immobilienkäufer hingegen legen Wert auf eine besonders kinderfreundliche Nachbarschaft (38 Prozent), gute Schulen (35 Prozent) sowie umfangreiche Kinderbetreuungsangebote (33 Prozent).

Die fünf wichtigsten Lagekriterien einer Kaufimmobilie (siehe Grafik):

Auf dem Weg ins Eigenheim finden Immobilieninteressenten ihr Heil vorwiegend in gebrauchten Häusern und Wohnungen - Wohnungsneubau findet in Deutschland praktisch nicht mehr statt: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitgeteilt hat, wurden 2009 in Deutschland 159.000 Wohnungen fertig gestellt. Das waren 9,6% oder 17.000 Wohnungen weniger als im Vorjahr 2008. Und in den Jahren 2008 (-16,5%) und 2007 (-15,5%) wurden ebenfalls weniger Wohnungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr fertig gestellt. Seit 1995, als mit knapp 603.000 Wohneinheiten ein Höchststand erreicht wurde, ging die Zahl der jährlich fertig gestellten Wohnungen um mehr als 73% zurück und erreichte 2009 den niedrigsten Wert seit der deutschen Vereinigung.
In Wohngebäuden wurden 2009 insgesamt 137.000 Neubauwohnungen fertig gestellt (-10,3% gegenüber dem Jahr 2008). Die Fertigstellungen von Wohnungen in Einfamilienhäusern gingen um 12,4% und die von Wohnungen in Zweifamilienhäusern um 15,2% zurück. Ebenfalls rückläufig war die Fertigstellung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (-5,8%).
Auch der umbaute Raum der fertig gestellten neuen Nichtwohngebäude sank gegenüber dem Jahr 2008 auf 196,2 Millionen Kubikmeter (-5,1%). Dieses Minus ist auf die nichtöffentlichen Bauherren (6,5%) zurückzuführen. Bei den öffentlichen Bauherren nahm der umbaute Raum um 12,1% gegenüber 2008 zu.

Motive für die Immobilienauswahl. Quelle: Interhyp AG




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