Große Fortschritte, große Pläne

Jahreshauptversammlung des natureplus e.V. in Wien.

Blick in das Sonnwend-Viertel.

Gruppenbild der natureplus-Mitglieder nach dem gemeinsamen Abendessen. Fotos: natureplus

In den Räumen der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKO) in Wien fand am 3. Juni 2019 die jährliche Hauptversammlung des Internationalen Vereins für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen natureplus e.V. mit Mitgliedern aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Italien statt. Im Mittelpunkt der Versammlung standen in diesem Jahr Berichte und Planungen, da turnusmäßig keine Wahlen abzuhalten waren.

Bericht des Vorstands

Vereinspräsident Dr. Rolf Buschmann konnte in seinem Bericht auf zahlreiche Erfolge bei der Neuorientierung des Vereins und auf Fortschritte in fast allen Arbeitsbereichen verweisen: So hat sich die Arbeit der Kriterienkommission mit der Veröffentlichung der Grundlagenrichtlinie RL 5010 zu Prüfkammermessungen und dem nahenden Abschluss der RL 5020 zu unseren Ökobilanzkriterien sowie mit der Bearbeitung zahlreicher Produktrichtlinien deutlich intensiviert. Durch die Aufnahme von eigenen Lobbying-Aktivitäten - namentlich in Deutschland das Bauwende-Bündnis für die Berücksichtigung der „Grauen Energie“ in der Gesetzgebung und zur Förderung klimafreundlicher Baustoffe - konnten breite Kooperationen mit Umweltverbänden und wichtigen Akteuren aufgebaut und die Bekanntheit und Akzeptanz von natureplus signifikant gesteigert werden. 

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gelang uns im deutschsprachigen Raum ein gewaltiger Sprung auf über 92 Mio. Erwähnungen in der Presse und im Internet. Auch unser Internetauftritt, unsere Online-Datenbank und unsere Beiträge in den sozialen Medien finden immer größere Beachtung. Auch außerhalb von Deutschland kommen wir voran und konnten aktuell neben Österreich und Großbritannien auch in der Schweiz und den Niederlanden offizielle Vertretungen von natureplus einrichten. Mit einem Dank an die Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle und die Partnerorganisationen endete der Bericht, nicht ohne einen Hinweis darauf zu geben, dass zum Jahreswechsel eine Nachfolge für den aus Altersgründen scheidenden Geschäftsführer Thomas Schmitz gesucht wird.

Bericht der Geschäftsführung

Vereinsgeschäftsführer Thomas Schmitz präsentierte den Jahresabschluss 2018, der noch mit einem knapp positiven Ergebnis abschloss, und den Haushaltsplan 2019 sowie einem Ausblick auf die geplante Entwicklung 2020. Danach ist in diesem Jahr aufgrund der internen Umstrukturierungen und gewachsener Personalkosten mit einem negativen Ergebnis zu rechnen, das durch die vorhandenen Rücklagen abgedeckt ist. Zur Rückkehr zu einem ausgeglichenen Haushalt 2020 sind aber zusätzliche Mittel, etwa durch die Gewinnung neuer Mitglieder und aus Fördergeldern, erforderlich. Ausführlich diskutiert wurde ein Antrag von Baubioswiss aus der Schweiz, der im Grunde einen eigenständigen Haushalt für die nationalen Vertretungen zum Gegenstand hatte. Dieser Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Dem Haushaltsplan 2019 wurde einstimmig zugestimmt.

Bildungsarbeit und Kampagnen

Die neu aufgebaute Bildungsarbeit des Vereins erläuterte die verantwortliche Mitarbeiterin Ilka Voß. Mit den „Neckargemünder Gesprächen“, das sind Fachveranstaltungen vornehmlich für Architekten und Ingenieure, die von der Architektenkammer als Fortbildung anerkannt sind, haben wir ein Format entwickelt, das es bisher in der Fortbildungslandschaft nicht gab. Hier werden aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung (z.B. neue Landesbauordnungen) oder neue Planungsinstrumente für nachhaltiges Bauen (NBBW) vorgestellt und in Zusammenhang mit natureplus gebracht. Dieses Format soll künftig in Kooperation mit anderen Bildungsträgern in die Breite entwickelt werden. Auch das Thema „digital learning“ soll in Form von kostenlosen Webinaren künftig angepackt werden. Außerdem erläuterte Ilka Voß das aktuelle Forschungsprojekt des Vereins gemeinsam mit dem Heidelberger IFEU, welches das Recyclingpotential von Dämmstoffen zum Gegenstand hat.

Mitarbeiter Tilmann Kramolisch erläuterte am Beispiel des Bauwende-Bündnisses die künftige Kampagnenpolitik des Vereins. Durch ein verstärktes öffentliches Auftreten mit Stellungnahmen zu aktuellen Fragen gemeinsam mit einflussreichen Verbänden versucht natureplus, seine öffentliche Wahrnehmung zu verbessern und somit auch eine größere Bekanntheit und letztlich auch Nachfrage nach geprüften Produkten zu erzeugen. Letztlich ist die am Folgetag gemeinsam mit der WKO veranstaltete Fachkonferenz „Future of Building“ ein Ausdruck dieses neuen Kurses, mit starken Partnern wachsen zu wollen.

Einstimmige Entlastung

Diese ambitionierten Ziele und positiven Aussichten überzeugten die versammelten Mitglieder offensichtlich: Nach dem Bericht der Kassenprüfer hat die Versammlung einstimmig den Vorstand und die Geschäftsführung entlastet. Im Anschluss an die Generalversammlung begaben sich die Teilnehmer auf einen fachlich geführten Rundgang im neu entstehenden Wiener „Sonnwendviertel“. Sehr anschaulich ließen sich hier neue städtebauliche Entwicklungen nachvollziehen. In moderner Architektur und zudem Nachhaltigkeitskriterien folgend, entsteht hier direkt am Wiener Hauptbahnhof ein neuer Stadtteil mit rund 5.000 Wohnungen für ca. 13.000 Menschen. 

Mit einem gemeinsamen Abendessen klang dieser erste Tag in optimistischer Stimmung aus. Am darauffolgenden Tag wurde die traditionelle Fachtagung diesmal im Verbund mit der WKO-Konferenz „Future of Building“ abgehalten (siehe gesonderter Bericht).
 

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