Dämmen und Steuern sparen

Ab dem 1. Januar 2020 kann die energetische Modernisierung von Altbauten steuerlich geltend gemacht werden. Schub zu mehr Effizienz und Klimaschutz im Gebäudebereich?

Die Nachfrage nach ökologischen Dämmstoffen sollte durch die Steuerförderung wachsen. Foto: natureplus

Wer mit Erdgas oder Heizöl heizt, kann sich schon jetzt auf steigende Kosten einstellen. Der Verbrauch wird nach den soeben verabschiedeten Klimaschutzgesetzen ab 2021 mit einer gesetzlich festgelegten „CO2-Abgabe“ belastet, die über die Jahre immer weiter ansteigt. In einer Beispielrechnung kommt das Forschungsinstitut für Wärmeschutz für einen üblichen 4 Personen Haushalt in einem selbstgenutzten Eigenheim bei einem CO2-Preis von 25 €, wie für das Jahr 2021 festgelegt, auf Mehrkosten von rund 230 € für Heizöl bzw. 180 € für Erdgas. Diese zusätzlichen Heizkosten steigen bis 2025 bei einem CO2-Preis von dann 55 € auf 510 € bzw. 400 € an. Mit dieser CO2-Abgabe will der Gesetzgeber erreichen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher Energie zum Heizen so sparsam und effizient wie möglich einsetzen, um ihren Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. 

Lange war ein solcher Impuls zur Modernisierung von Altbauten erwartet worden. Zur Erreichung der Klimaziele reicht es nicht aus, die Anforderungen an Neubauten stetig zu verschärfen, das größte Problem liegt im Gebäudebestand. Die Marktanreize waren bislang zu gering, die jährliche energetische Altbausanierungsquote von aktuell unter 0,8 % des Gebäudebestands auf die notwendigen 2-3 % zu steigern. Um dies zu erreichen, setzt der Gesetzgeber nun auf eine Kombination aus Bestrafung und Anreiz: Neben der CO2-Abgabe ab 2021 kommt ab 2020 die steuerliche Absetzbarkeit.

Anreize zum Energiesparen

Im Gegenzug zur Verteuerung fossiler Energieträger wird nun mit der steuerlichen Förderung ein entscheidender Anreiz zur energetischen Modernisierung gegeben: Wer jetzt sein selbstgenutztes Wohneigentum mit einer Wärmedämmung oder neuen Heizung ausstattet, kann dafür bis zu 40.000 € Förderung erwarten. Gefördert werden energetische Maßnahmen an zu „eigenen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäuden“. Zu den energetischen Maßnahmen gehören vor allem die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken sowie die Erneuerung von Fenstern, Heizungs- und Lüftungsanlagen. Förderfähig ist der Betrag, der für den fachgerechten Einbau und die mit der Maßnahme verbundenen Materialkosten angefallen ist. Maßgebend ist die Rechnung des Fachunternehmens. Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Gebäude bei der Durchführung der energetischen Maßnahme älter als zehn Jahre ist; maßgebend hierfür ist der Beginn der Herstellung.

Auf was Antragsteller zu achten haben, wenn sie eine Wärmedämmung der Außenwände vom Finanzamt fördern lassen wollen, darüber informiert ein Merkblatt des VDPM (siehe Anlage). 

Wieviel Geld gibt es?

Die Förderung kann für mehrere Einzelmaßnahmen in Anspruch genommen werden, die zeitlich unabhängig voneinander erfolgen können. Jede Maßnahme wird für sich betrachtet. Für alle Maßnahmen zusammen wird für ein und dasselbe Gebäude maximal eine Steuerermäßigung von 40.000 € gewährt. Der jeweilige Förderbetrag wird eins zu eins von der zu entrichtenden Einkommensteuer (nicht vom zu versteuernden Einkommen!) des Antragstellers abgezogen.

Die Förderung verteilt sich auf drei Jahre. Im Kalenderjahr, in dem die Dämmung fertiggestellt wird, können 7% der Aufwendungen (max. 14.000 €) von der Steuerschuld abgezogen werden. Im zweiten Jahr nach der Fertigstellung erfolgt der Abzug in gleicher Höhe wie im ersten Jahr (max. 14.000 €). Im dritten Jahr können 6% der Aufwendungen (max. 12.000 €) abgezogen werden. Insgesamt werden damit im Zeitraum von 3 Jahren 20% der Aufwendungen über einen Abzug von der Steuerschuld erstattet. Die Erstattung ist somit unabhängig vom individuellen Steuersatz des Antragstellers.

Energieberatung ist wichtig

Die Einschaltung eines Energieberaters ist für die Inanspruchnahme der steuerlichen Förderung zwar nicht notwendig. Sie empfiehlt sich aber, weil mit der energetischen Modernisierungsmaßnahme vom Gesetzgeber festgelegte Anforderungen erfüllt werden müssen. Falls ein Energieberater eingeschaltet wird, können auch diese Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Sie können - ähnlich wie die Kosten für die energetische Modernisierung - von der Steuerschuld abgezogen werden und zwar nicht nur mit 20%, sondern zur Hälfte (50%). Einschließlich der Kosten des Energieberaters darf der maximale Förderbetrag von 40.000 € nicht überschritten werden. Voraussetzung ist, dass der Energieberater für seine Tätigkeit anerkannt ist.

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