Anhörung zur RL5020

Die Grundlagenrichtlinie RL5020 "Klimaverträglichkeit und Energieeffizienz" wird erneut zur Anhörung freigegeben.

Die natureplus Kriterienkommission hat ihre Arbeiten an der Grundlagenrichtlinie RL5020 "Klimaverträglichkeit und Energieeffizienz" abgeschlossen und stellt den Entwurf der RL5020 interessierten Kreisen zur Anhörung. Mit dieser neuen Richtlinie sollen für fast alle Produktgruppen, für die natureplus sein Umweltzeichen vergibt, jeweils spezifische Anforderungen bezüglich ihrer Klimaverträglichkeit und ihrer Energieeffizienz in der Herstellungsphase festgeschrieben werden. Ausgenommen sind lediglich Bauelemente und aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzte Produkte.

Ökobilanzen erstmals bewertet

Durch die Definition von Anforderungen in diesem Bereich will natureplus die Relevanz seines gleichnamigen Gütesiegels auch in Bezug auf den Klima- und Umweltschutz noch stärker als bisher herausstreichen und beschreitet hierfür neue Wege. Bisher hat es lediglich freiwillige Herstellererklärungen bezüglich der umweltrelevanten Eigenschaften von Bauprodukten (EPDs) gegeben, natureplus geht nun einen Schritt weiter, macht die Ökobilanzen vergleichbar und zieht sie zur Bewertung heran. Hierzu vereinfacht die Umweltorganisation die Datenauswertung und konzentriert sich auf wenige relevante Indikatoren.

Wenige relevante Indikatoren

Zur Bewertung der Klimaverträglichkeit wird in der RL5020 der Carbon Footprint for Products (CFP) gemäß EN ISO 14067:2018 herangezogen. Die Energieeffizienz wird anhand des Einsatzes energetisch genutzter erneuerbarer und nicht erneuerbarer Primärenergie (PEE) bewertet. Zudem wird ein Mindestanteil an erneuerbarer Primärenergie gefordert. Um den mittelfristigen Beitrag der Produkte zur Kohlenstoffspeicherung zu dokumentieren, wird das Treibhauspotential aus der Aufnahme und Emission von biogenem Kohlenstoff (GWP biogenic) separat ausgewiesen.

Anerkennung bestehender EPD geregelt

Die Prüfung muss entsprechend der natureplus Ausführungsbestimmungen von der natureplus INSTITUTE SCE durchgeführt werden. Externe Ökobilanzen und Umweltproduktdeklarationen (EPD) können für die Produktbewertung nach einem Anerkennungsverfahren herangezogen werden.

Künftige Anpassung und freiwillige Deklaration

Die von natureplus definierten Anforderungen bezeichnen ein Mindestmaß an Klimaverträglichkeit und Energieeffizienz, das aus natureplus-Sicht aktuell ökologisch vertretbar ist, und sind in jedem Fall einzuhalten. In den Anforderungen wird zudem ein kritischer Bereich von 10 % berücksichtigt, innerhalb dessen Auflagen zur Verbesserung der Klimaverträglichkeit und Energieeffizienz erteilt werden können. Die jetzt festgelegten Anforderungen sollen regelmäßig überprüft und an den technischen Fortschritt angepasst werden, um das Ziel einer mittelfristigen Reduktion der Treibhausgasemissionen zu verdeutlichen. Außerdem ist geplant, den Firmen eine Möglichkeit zu geben, den CO2-Fußabdruck, die CO2-Speicherung und eine CO2-Kompensation ihrer Produkte in geeigneter und noch festzulegender Form auszuweisen.

Erneute Anhörung

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Anhörung des Richtlinienentwurfs 5020 stattgefunden. Die dort vorgebrachten Einwendungen wurden in der Zwischenzeit in den Entwurf eingearbeitet. Außerdem liegen nun für alle relevanten Produktgruppen die Zahlen vor, die als Anforderung definiert wurden. Deshalb wird das Anhörungsverfahren nochmals eröffnet: Bis zum 30. April (deadline) können natureplus Mitglieder und interessierte Kreise ihre schriftlichen Kommentare und Änderungswünsche einreichen. Anschließend wird die Kriterienkommission über diese entscheiden.

Interessenten für den Entwurf der RL5020 wenden sich bitte an Ilka Voß in der natureplus-Geschäftsstelle unter voss(at)natureplus.org.

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