Was kostet die (Um-)Welt?

Die UBA-Methodenkonvention berechnet Umweltkosten in den verschiedenen Sektoren und enthält erstmals Kostensätze zu Baustoffen.

Umweltschutz kostet viel Geld, aber auch Umweltschäden sind teuer - im Grunde banale Erkenntnisse. Aber was bedeutet „teuer“ eigentlich konkret? Das rechnet alle paar Jahre das Umweltbundesamt (UBA) aus und veröffentlicht die Ergebnisse in seiner „Methodenkonvention zur Ermittlung von Umweltkosten“ (MK). 

Sperriger Titel, brisanter Inhalt

Die aktuelle Version 3.1, Stand 12/2020, enthält die Methoden zur Ermittlung von Umweltkosten sowie die aktualisierten Kostensätze zu den Themen Treibhausgase, Luftschadstoffe, Lärm, Verkehr und Energie, ergänzt um neue Kostensätze zu den Themen Baustoffe, Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft sowie Stickstoff- und Phosphoremissionen. Die Kostensätze machen deutlich, welchen Nutzen Umweltschutz für die Gesellschaft hat und welche Kosten der Gesellschaft durch unterlassenen Umweltschutz entstehen. 

Das Öko-Zentrum NRW hat die neu erschienene Methodenkonvention gelesen und sich insbesondere mit den neuen Kostensätzen zu Baustoffen beschäftigt. Es bewertet daraufhin die Publikation als eine "Pflichtlektüre im Nachhaltigen Bauen". Denn das Zahlenwerk beinhaltet Fakten, die selbst Experten überraschen dürften:

Beton“gold“ ist aus Umweltperspektive keines

Beispiel Beton: Die Produktion einer einzigen Tonne in mittlerer Festigkeit erzeugt Umweltschadenskosten von etwa 26 Euro, so das UBA. Allein bei der Produktion von Transportbeton habe sich 2019 der Schaden auf etwa 3,2 Mrd. Euro summiert. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz der Branche lag im selben Jahr bei 4,1 Mrd. Euro. Müssten die Schäden in die Kalkulation eingehen, wäre das für manchen Baustoff wohl das Aus. Seinen bisherigen Ansatz (2016) von 180 Euro je Tonne CO2 erhöhte das UBA übrigens auf 195 Euro. 

Die „Methodenkonvention“ ist als kostenloser Download verfügbar.

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