Anhörung zu Klimabewertung von Baustoffen

Für die Bewertung der Klimaverträglichkeit führt natureplus eine neue Methode ein. Die öffentliche Anhörung der entsprechenden Richtlinie findet am 24. Oktober statt.

Um seine hohen ganzheitlichen Qualitätsansprüche an die auszuzeichnenden Bauprodukte zu überprüfen, bedient sich natureplus für das natureplus Umweltzeichen verschiedener Methoden und Kriterien. Ein wichtiges Instrument zur Bewertung von Produkten war und ist für natureplus die Ökobilanz als international standardisierte Methode, um die Emissionen in Luft, Wasser und Boden, die verbrauchten Ressourcen und die damit verbundenen Umwelt- und Gesundheitsfolgen zu analysieren und zu quantifizieren. Als Resultat dieser Analyse, für Bauprodukte zuletzt geregelt in der EN 15804,  liegt eine Vielzahl von Umweltindikatoren vor, welche eine korrekte und faire Bewertung der Produkte immer komplexer und damit schwieriger und aufwändiger machen. Es ist aber im Rahmen einer ökologischen Produktbewertung von zentraler Bedeutung, auf konsistente und zuverlässige Daten und Methoden zurückzugreifen.

Konzentration auf GWP und PE vorgeschlagen

Dabei ist sich die Fachwelt weitgehend einig, dass die Bewältigung des anthropogenen Klimawandels die aktuell größte Herausforderung der Menschheit ist und die Herstellung von Baustoffen 2010 mit rund 18,4 % der Industrie-bedingten CO2-Emissionen erheblich zum Klimawandel beitrug. In Übereinstimmung mit der EU-Umwelt- und Klimapolitik konzentriert sich natureplus daher bei der Lebenszyklusanalyse künftig auf die Umweltparameter des Globalen Erwärmungspotentials (GWP) und der Primärenergie (PEI). Die mit dem natureplus Qualitätssiegel ausgezeichneten Produkte müssen für diese beiden robusten Indikatoren strikte Grenzwerte einhalten, was die Prüfung kompakt hält und die Resultate besser kommunizieren lässt. Ziel ist es, die Klimaverträglichkeit der Baustoffe, gemessen an ihrem CO2-Fußabdruck (CFP), sowie die Energieeffizienz bei der Herstellung der Baustoffe durch die Einführung von Grenzwerten für diese beiden Parameter insgesamt zu verbessern.

Neue Vergaberichtlinie RL 5020

Vor diesem Hintergrund hat die Kriterienkommission von natureplus eine neue Vergaberichtlinie 5020 aufgestellt, in der die Wahl der Umweltindikatoren, die Methoden der Grenzwertfindung und die Vorgehensweise bei der Ermittlung und Bewertung der Klimaverträglichkeit und Energieeffizienz von Bauprodukten beschrieben ist. Diese neue Richtlinie, die künftig zur Grundlage für die Auszeichnung mit dem natureplus Umweltzeichen werden soll, wird nun in einer öffentlichen Anhörung interessierten Kreisen zur Kommentierung vorgestellt. Die im Rahmen der Anhörung vorgetragenen Bedenken und Anregungen fließen dann in die endgültige Fassung der Vergaberichtlinie 5020 ein, die zum Jahresende 2019 verabschiedet werden soll.

Anhörung am 24. Oktober

Die Anhörung findet am Donnerstag, den 24. Oktober von 14:30 bis 17:00 Uhr im Tagungszentrum KaEins in Frankfurt/M, Kasseler Str. 1a statt. Zur Anhörung sind alle interessierten Kreise zugelassen, zuvörderst aber die natureplus-Mitglieder sowie Verbände und Initiativen, die sich dem nachhaltigen Bauen mit klimaverträglichen Baustoffen verschrieben haben. Es können auch schriftliche Stellungnahmen zur Anhörung eingereicht werden. Eine Anmeldung unter der Adresse info@natureplus.org ist notwendig. Die erforderlichen Unterlagen - insbesondere der Richtlinienentwurf 5020 - werden mit der Bestätigung der Anmeldung versandt.

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