Stellungnahme zu ProgRess III

natureplus bezieht Position zur Fortschreibung des Ressourceneffizienz-Programms der Bundesregierung.

Beim Gebäudeabriss gehen wertvolle Ressourcen verloren, weil kein sortenreiner Rückbau mit anschließendem Recycling erfolgt. Bild: fotalia

Der Umweltverband für nachhaltiges Bauen natureplus e.V. begrüßt die Fortschreibung des Ressourceneffizienz-Programms der Bundesregierung und gibt im Rahmen der Verbändeanhörung eine Stellungnahme zum Referentenentwurf vom 10. Dezember 2019 ab. Insbesondere fordert natureplus in dieser Stellungnahme, die vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Rolf Buschmann gezeichnet ist, dass für den Bereich Bauen und Wohnen effektive Maßnahmen ergriffen werden, die nachhaltiges, klima- und ressourcenschonendes Bauen befördern. Beispielsweise sollten entsprechender Grundsätze in der Musterbauordnung bzw. in den Landesbauordnungen sowie im GEG verankert werden. 

Rohstoffbedarf senken

In der Vergangenheit hat eine wachsende Rohstoffproduktivität bzw. Effizienz nicht zu einem geringeren Rohstoffbedarf geführt, im Gegenteil ist der Rohstoffverbrauch pro Kopf gestiegen und liegt um 50 % über dem weltweiten Durchschnitt. Deshalb fordert natureplus insbesondere für das Bauwesen eine Substitution materialintensiver Produkte, die Förderung einer Kreislauf-Wirtschaft und die vermehrte stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Im Baurecht sollte vor Erteilung einer Abrissgenehmigung eine verpflichtende Prüfung von Möglichkeiten einer Weiternutzung festgelegt werden.

Produktinformationen verbessern

Eine umfassende Lebenszyklusbetrachtung der im Gebäudebereich verwendeten Rohstoffe und die Förderung einer ressourcen- und klimaoptimierten Baustoffauswahl unter Bezugnahme auf entsprechende Label und Produktinformationen sei prioritär. Auch die öffentliche Beschaffung solle sich verstärkt auf entsprechende Label stützen, hier sei neben dem Blauen Engel auch natureplus zu nennen. Für Neubauten soll zumindest der ‚Carbon Footprint‘ ermittelt werden. Ein verbindlich eingeführter Gebäude-Inventarausweis für alle Neubauten und umfassenden Sanierungen soll neben technischen Informationen über die verbauten Materialien auch umwelt- und ressourcenspezifische Informationen und Hinweise auf Gefahrstoffe enthalten.

Nachhaltige Bauprodukte

In seiner Stellungnahme befürwortet natureplus die geplante Verpflichtung für alle Hersteller, Umweltproduktdeklarationen (EPD) für ihre Produkte zu erstellen. Er fordert aber eine hohe Aussagekraft dieser EPD durch eine produkt- und fertigungsspezifische Erstellung an Stelle nichtssagender Branchen-EPD. Diese Verpflichtung dürfe allerdings nicht zu einer erheblichen Belastung für kleine und mittlere Unternehmen führen. Die EPD sollen um einen Indikator für die Ressourcen-Inanspruchnahme ergänzt werden, vorgeschlagen wird die Berechnung des kumulierten Ressourcenaufwands (KRA). Außerdem schlägt natureplus vor, die Kohlenstoffspeicherung von Baumaterialien in die Bewertungssysteme des Nachhaltigen Bauens zu integrieren, weil sie einen wertvollen Beitrag zur Senkung der klimarelevanten Emissionen leistet.

Ressourceneffizienz in der KfW-Förderung

Auch die im Referentenentwurf vorgesehene Aufnahme von Ressourceneffizienzkriterien als Grundlage für eine KfW-Förderung wird von natureplus begrüßt. Zur Umsetzung setzt der Umweltfachverband auf die aus den Ökobilanzierungen etablierten Indikatoren Primärenergieaufwand (PEI) gesamt und Treibhauspotential (GWP). PEI gesamt könne als Referenzindikator für den Ressourcenverbrauch herangezogen werden und über GWP wird die Klimarelevanz angemessen berücksichtigt. Diese Förderung nachhaltigen Bauens über die KfW solle prioritär umgesetzt werden und die entsprechenden Berechnungen in die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) 2023 einfließen. Langfristig solle die Weiterentwicklung des GEG zu einem Gebäude-Ressourcen-Gesetz angestrebt werden.
 

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