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DGNB will stärker Einfluss nehmen

Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen in Stuttgart wurde ein neuer Präsident vorgestellt und die Ergebnisse der "Sustainability Challenge" bekannt gegeben. Unter den Siegern ist eine natureplus Aktivistin.

Der neue Präsident Amandus Samsøe Sattler (links) und sein Vorgänger Alexander Rudolphi auf der DGNB Veranstaltung in Stuttgart. | Foto: natureplus

Dr. Anna Braune, Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung, mit der Gewinnerin der Kategorie Forschung RE4, vertreten durch Andrea Klinge. | Foto: DGNB

Mit dem bekannten Münchner Architekten Amandus Samsøe Sattler hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) einen neuen Präsidenten. Er folgt in dieser Funktion Prof. Alexander Rudolphi, Berlin, der insgesamt acht Jahre lang den Posten innehatte. Alexander Rudolphi wird seine Arbeit im Präsidium des Vereins mit anderen Schwerpunkten weiter fortsetzen. "Mit mir wird es als Präsident keinen grundlegenden Kurswechsel geben. Im Gegenteil: Ich möchte den in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg der DGNB weiter fortsetzen", sagte Amandus Samsøe Sattler auf der DGNB-Mitgliederversammlung am 21. September in Stuttgart, auf der auch natureplus zugegen war.

Spürbar war auf dieser Versammlung, dass die DGNB angesichts der Herausforderungen an Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Baubereich künftig noch stärker Einfluss nehmen will. So nannte der neue Präsident als sein zentrales Ziel, "dass sich Architekten, Ingenieure und Bauherren aus der Immobilienwirtschaft noch stärker bei den Themen der Nachhaltigkeit einbringen." Es sei an der Zeit, dass sich vor allem sein Berufsstand für diese Zukunftsthemen klar und deutlich positioniert. Prof. Alexander Rudolphi begründet seinen vorzeitigen Rücktritt mit seiner zunehmenden Ungeduld: "Es gibt politisch und im Markt nicht schnell genug die notwendigen Fortschritte. Hier möchte ich mich in Zukunft noch stärker für unsere gemeinsamen Ziele einsetzen" und vor allem im politischen Berlin mit größerem Zeiteinsatz Einfluss zu nehmen versuchen.

Für die kommenden Monate stehen bei der DGNB verschiedene Schwerpunktthemen auf der Agenda. So wird beispielsweise die Zusammenarbeit mit Kommunen im Bereich von Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Rahmen einer neuen Initiative intensiviert. Auch das Thema Digitalisierung spielt im nächsten halben Jahr eine zentrale Rolle bei der DGNB. Außerdem werden die bereits zu Jahresbeginn angestoßenen Aktivitäten rund um klimapositive Gebäude – nicht nur im Neubau, sondern gerade auch im Bestand – weiter verstärkt. Aber nicht nur Kritik und Mobilisierung kennzeichnete die Veranstaltung in Stuttgart, sondern auch beeindruckende Beispiele für nachhaltige Projekte, die es bereits in die Praxis geschafft haben.

Die Sieger der Sustainability Challenge 2020

Ein Start-Up, das nachhaltige Energiekonzepte für Quartiere entwickelt, ein Unternehmen mit einer All-in-one-Klimaleuchte und ein Forschungsprojekt, das auf zirkuläres Bauen setzt: Das sind die Sieger der diesjährigen Sustainability Challenge der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Sie wurden im Rahmen des DGNB Tags der Nachhaltigkeit am 21. September 2020 in Stuttgart prämiert. In der Endausscheidung setzten sie sich in ihren Kategorien gegen jeweils zwei weitere Kandidaten durch. Das studentische Projekt re.create erhielt einen Sonderpreis.

Mehr als 80 Projekte und Unternehmen hatten sich in den drei Kategorien "Start-up", "Innovation" und "Forschung" bei der DGNB Sustainability Challenge 2020 beworben. Nach einer Vorauswahl durch den Innovationsbeirat der DGNB traten bereits Ende Juni die neun Finalisten in einem digitalen Live-Pitch gegeneinander an. Über eine daran angeschlossene Online-Abstimmung wurden jetzt die drei Gewinner bestimmt und im Rahmen des DGNB Tags der Nachhaltigkeit feierlich bekanntgegeben.

In der Kategorie „Start-up" fiel die Wahl auf die Energie PLUS Concept GmbH aus Nürnberg. Ihr Thema ist die nachhaltige und energieeffiziente Versorgung von Quartieren mit Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energiequellen. Das Unternehmen nutzt hierfür oberflächennaheste Geothermie und ein kaltes Nahwärmenetz. Mit einer sogenannten Klimaleuchte konnte interpanel aus Crossen in Thüringen in der Kategorie „Innovation" den Sieg für sich ausmachen. Dabei handelt es sich um eine multifunktionale, modular vorgefertigte Deckeninstallation, die Beleuchtung, Heizung und taupunktunabhängige Kühlung miteinander vereint. 

RE4 Sieger in der Kategorie "Forschung"

Das EU-geförderte Forschungsprojekt RE4, das in internationaler Zusammenarbeit von ZRS Architekten aus Berlin und 12 europäischen Partnern entstand, ist der Gewinner in der Kategorie „Forschung". Das Konzept zeigt, wie Gebäudeabfälle signifikant reduziert und Gebäudeteile im Kreislauf gehalten werden können. Hierfür wurde das Design für ein zirkuläres und energieeffizientes siebengeschossiges Wohngebäude entwickelt, das aus wiederverwendeten Bauteilen oder recycelten Materialien errichtet werden kann.

Mit Andrea Klinge, die stellvertretend den Preis für RE4 entgegennahm, stand ein für natureplus bekanntes Gesicht auf der Bühne. Sie hatte bereits in unserer Webinar-Serie zur "Circular Economy" dieses Projekt vorgestellt und wird nun auch bei der Event-Serie "natureplus Europe – Healthy Buildings 2020" das Auftakt-Seminar am 19. Oktober mitgestalten.

Weitere Informationen und Anmeldung zur "Healthy Buildings 2020" Event-Serie finden Sie hier.

Invitation to the event series "natureplus Europe – Healthy Buildings 2020" from 19 to 29 October 2020 online or in-person all over Europe.

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