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Hochwertiges Baumaterial aus Bauschutt

Forschungsprojekt „BauCycle“ der Fraunhofer Institute entwickelt Verfahren zum Recyceln und Wiederverwenden von bisher nicht nutzbarem feinkörnigem Bauschutt.

Jährlich fallen im Bausektor über 200 Mio. Tonnen Bauschutt und Erdaushub an. Foto: Fotolia

"BauCycle"-Kreislaufverfahren zur Aufbereitung und Verwendung von Bauschuttfeinfraktionen. Foto: BauCycle Fraunhofer

Ausgezeichnet! Das Prädikat bekam das Fraunhofer Projekt „BauCycle“ als Gewinner der Kategorie Forschung bei der Sustainability Challenge 2019 der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Über drei Jahre haben die vier Fraunhofer Institute IBP, IML, UMSICHT und IOSB gemeinsam an einer ganzheitlichen Strategie zur Verwertung von feinkörnigem Bauschutt geforscht. Ergebnis ist ein optisches Sortierungsverfahren, das die Verwendung auch von heterogenen Bauschuttmaterial für hochwertige Produkte ermöglicht.

Längst zählen nicht nur seltene Erden oder Erdöl zu den knappen Ressourcen, sondern auch industriell verwertbarer Sand. Nicht zu Unrecht beschreibt der Deutschlandfunk in einem Beitrag Sand als das „Treibmittel der Moderne“. Sand steckt in Solaranlagen, Computerchips - und eben in Beton. Weltweit wird in einem Jahr so viel Sand im Bausektor verbraucht, dass sich daraus rund um den Äquator eine Mauer von 27 Meter Höhe und Breite aufschütten ließe. Der Bausektor in Deutschland setzt jährlich rund 600 Mio. Tonnen mineralischer Rohstoffe ein, wobei der Großteil aus Primärquellen stammt. Vom jährlich anfallenden Bauschutt werden allerdings nur 5 Prozent als wiederverwendbares hochwertiges Recyclingprodukt in die Bauwirtschaft zurückgeführt.

Verfahren zur Sortierung entwickelt

Vor diesem Hintergrund war das erklärte Projektziel der Fraunhofer Institute, Lösungen für die zunehmende Ressourcenknappheit im Baubereich zu finden. Die Forscherinnen und Forscher setzen dabei auf Ressourcenkreisläufe und das Recycling von Bauabfällen. Entwickelt haben sie ein optisches Verfahren, das Bauschutt mit einer Körnung von kleiner als 2mm „chemisch“ sortiert. Sensoren erkennen unterschiedliche Feinmaterialien anhand ihrer molekularen Zusammensetzung. Der Bauschutt wird anschließend mechanisch in seine jeweiligen Stoffgruppen, wie Gips, Kalksandstein und Beton getrennt, wobei eine Materialreinheit von ca. 99,5 Prozent erreicht wird.

Bauprodukte mit Bauschuttanteilen

Das Projekt umfasste zudem die Entwicklung von Bauprodukten mit Bauschuttanteilen. Den Forscherinnen und Forschern gelang die Wiederverwertung des aufbereiteten Bauschutts mit neuen Rezepturen z.B. für Porenbetonsteine: hier reduzierte das neu gewonnene feinkörnige Bauschuttmaterial den Bedarf an Sand um 30 Massen-Prozent. Außerdem entwickelten die Fraunhofer Institute zementfreie Produkte wie einen Akustikputz mit 60 Prozent Rezyklat-Anteil, der gegenüber marktgängigen Produkten vergleichbare akustische Eigenschaften hat.

natureplus setzt auf Kreisläufe

„Die Auszeichnung von BauCycle durch die DGNB ist absolut richtig“, freut sich natureplus Geschäftsführer Thomas Schmitz, „angesichts unseres enormen Ressourcenverbrauchs müssen wir verstärkt in Kreisläufen denken. Es macht einen bedeutenden Unterschied, welche Roh-Materialien wir verwenden.“ natureplus setzt sich mit seinen Umweltzeichen für den Einsatz von nachhaltig gewonnenen, nachwachsenden und Recycling-Materialien ein und unterstützt mit seinen Anforderungen den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft.

 

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