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Nachhaltige Wohnheime für Studierende in Garching

Mit dem Bau von drei Wohnheimen werden neue Wege beim Thema Nachhaltigkeit eingeschlagen.

Dr. Ursula Wurzer-Faßnacht, Geschäftsführerin des Studentenwerks München (l.), und Alexander Bonde, DBU-Generalsekretär (r.), starteten das Projekt zum Bau der drei Null-Energie-Häuser im Beisein von Tilmann Jarmer, Architekt bei Florian Nagler Architekten (M.).

© Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Nachhaltiges Bauen liegt im Trend. Nicht nur private Bauherren, auch immer mehr öffentliche Einrichtungen sind sich ihrer Vorbildfunktion in Sachen Nachhaltigkeit bewusst. Mit dem Bau von drei Studentenwohnhäusern in gleicher Geometrie und Größe aber aus unterschiedlichen Baustoffen soll auf dem Campus in Garching bei München der optimale Null-Energie-Standard gefunden werden: Geplant sind jeweils ein Haus aus Leichtbeton ohne Stahl, einmal mit Massivholz sowie eines aus hochwärmedämmendem Mauerwerk.

Das neue Bauprojekt dient nicht nur zur Schaffung von günstigem Wohnraum für Studierende, sondern auch als Feldversuch des Studentenwerks München.Über mehrere Jahre hinweg soll beispielsweise erfasst werden, wie sich unterschiedliche Baustoffe auf die Energiekosten auswirken. Unterstützt wird es dabei von drei Lehrstühlen der Technischen Universität München (TUM). Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt das Vorhaben fachlich und finanziell mit rund 520.000 EUR.

Minimieren von Wartung, Instandhaltung und Betriebsenergie

Darauf aufbauend sollen nun aber die neuen Häuser in den drei Konstruktionsvarianten mit dem zusätzlichen Anspruch an einen Null-Energie-Standard umgesetzt und ihre Wirksamkeit ausgewertet werden. Hierzu müssen beispielsweise Themen der industriellen Vorfertigung, der ökologischen und ökonomischen Bilanzierung sowie des Nutzerverhaltens weiterentwickelt werden. Gleichzeitig soll der Betrieb optimiert werden durch das Minimieren von Wartung, Instandhaltung und Betriebsenergie.

Die Systeme für das Verteilen von Wärme, Stark- und Schwachstrom sowie Warmwasser sollen getrennt werden, um notwendige Sanierungsmaßnahmen fortlaufend optimieren zu können. Geplant ist auch, den Null-Energie-Standard durch eine Verringerung der technischen Komplexität und eine einfache Gebäudehülle zu erreichen und den Energiebedarf zu simulieren und zu vergleichen. Über digitale Schnittstellen sollen das Nutzerverhalten untersucht und eine wirksame Verringerung des Eigenstromverbrauchs angeregt werden. Der ökologische Fußabdruck der drei Konstruktionsbeispiele soll schließlich über den gesamten Lebenszyklus nachgewiesen werden.

Klimaschutz

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde erinnerte bei der Überreichung des Bewilligungsschreibens für die DBU-Förderung, dass 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland auf das Bereitstellen von Heizwärme entfallen, in privaten Haushalten sogar fast drei Viertel. Die Ende 2015 auf der Klimakonferenz in Paris beschlossene Begrenzung des Temperaturanstiegs auf möglichst nicht mehr als eineinhalb Grad könne nur mit Hilfe umfassender Maßnahmen im Gebäudesektor geschehen, so Bonde.

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