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Wie stärken wir Baustoffrecycling?

Eine neue Publikation des Ecologic Instituts zur "Stärkung der Kreislaufführung von mineralischen Baustoffen" zeigt anhand einer Akteursanalyse Lösungswege auf.

Wie kann das Baustoffrecycling in Deutschland weiter ausgebaut und professionalisiert werden? Was muss geändert werden, damit insbesondere im Hochbau mehr hochwertige Recyclingbaustoffe eingesetzt werden? Die Akteursanalyse des Ecologic Instituts "Stärkung der Kreislaufführung von mineralischen Baustoffen mittels freiwilliger Selbstverpflichtung" geht diesen Fragen nach. Basierend auf Interviews mit Akteuren der Baubranche werden konkrete Vorschläge für Maßnahmen aufgezeigt.

In Deutschland werden jährlich Sande, Kiese und Natursteine in einer Größenordnung von etwa 500 Mio. Tonnen für heimische Bauaktivitäten verwendet. Gleichzeitig bilden mineralische Bauabfälle den größten Abfallstrom. Sekundärbaustoffe werden bislang überwiegend im Rahmen eines Downcyclings eingesetzt, beispielsweise als Straßenuntergrund, Tragschicht unter Gebäuden oder Verfüllung von Baugruben.

Akteure liefern praktische Ansätze

Vor diesem Hintergrund untersucht die Analyse erstens, wie das Baustoffrecycling in Deutschland weiter ausgebaut und professionalisiert werden kann. Zweitens geht die Publikation der Frage nach, was geändert werden muss, damit insbesondere im Hochbau mehr hochwertige Sekundärbaustoffe eingesetzt werden. Die Analyse basiert auf Interviews mit Akteuren aus den Bereichen Recycling und Entsorgung von Bauabfällen, Zertifizierung von Baustoffen, sowie aus der Baustoffindustrie, dem Baugewerbe und der öffentlichen Hand.

Verschiedene Maßnahmen bzw. Optionen erscheinen grundsätzlich geeignet, die Kreislaufführung von mineralischen Baustoffen in Deutschland zu stärken, um ein höherwertiges Recycling von Bauabfällen zu erreichen und den Einsatz von RC-Baustoffen zu steigern. Im Sinne eines Politikmixes könnten ggf. gut zusammenwirken:

  • Eine freiwillige Selbstverpflichtung (FSV): für eine erhöhte Akzeptanz durch gemeinsames Gestalten und Umsetzen übergreifend konzertierter Aktivitäten innerhalb bzw. durch den Bausektor. Gegenstand der FSV: (1) Abstimmungsprozess zur Definition von Qualitätsanforderungen an RC-Baustoffe; (2) Einhaltung der Qualitätsanforderungen bei Abbruch und Aufbereitung von Bauabfällen zu RC-Baustoffen; Abnahmegarantien für in definierten Qualitäten aufbereitete RC-Baustoffe.
  • Anpassung des rechtlichen Rahmens: klare Definierung von bundesweiten Qualitäts-Mindestanforderungen und Verwendungsmöglichkeiten für RC-Baustoffe; klarer definiertes Ende der Abfalleigenschaft, bspw. für gemäß diesen definierten Qualitäten aufbereitete RC-Baustoffe.
  • Änderung der Ausschreibungspraxis der öffentlichen Hand: Stärkung der Nachfrage nach auf solche Weise produzierten RC-Baustoffen durch Einführung und Gewichtung von Kriterien, welche die Kreislaufführung von Baustoffen in den Blick nehmen und damit die Beschaffung von mit RC-Baustoffen hergestellten Bauteilen bzw. Gebäuden vereinfachen.
  • Nachweise und Internetbörsen: Steigerung der Verfügbarkeit von entsprechend hochwertigen RC-Baustoffen durch Nachweise über Einhaltung von Qualitätsanforderungen und Einrichtung von Internetbörsen zum Pooling von Anbietern und Nachfragenden.
  • Informationskampagnen und Beratung: für Bauherren und Planer zu relevanten Aspekten (z.B. Qualitätsanforderungen und -nachweise, Verfügbarkeiten) des Einsatzes von RC-Baustoffen, um deren Akzeptanz zu steigern.

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