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Energetische Gebäudesanierung: Steuerliche Förderung beschlossen

Das Bundeskabinett hat die steuerliche Förderung von energetischen Gebäudesanierungen ab Januar 2020 beschlossen.

Foto: Handelsblatt

Das umstrittene Klimapaket der Bundesregierung ist am 16. Oktober beschlossen worden. Kritiker werfen der Koalition aus Union und SPD mangelnde Weitsicht vor, ein begrüßenswerter Punkt ist aber in jedem Fall die stärkere Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Im Einkommensteuerrecht wird ab dem 1. Januar 2020 ein progressionsunabhängiger Abzug von der Steuerschuld für bestimmte energetische Sanierungsmaßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum vorgesehen. Dafür muss das Wohngebäude mindestens zehn Jahre alt sein, maßgebend ist der Beginn der Herstellung. Angerechnet werden können sowohl Einzelmaßnahmen als auch umfassende Sanierungen. Insgesamt sind Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 200.000 EUR pro Wohngebäude förderungsfähig. Von der Steuerschuld abgezogen werden können 20% der Aufwendungen verteilt auf 3 Jahre: je 7% im ersten und zweiten Jahr und 6% im dritten Jahr.

Energetische Maßnahmen im Sinne des Gesetzes sind:

1. Wärmedämmung von Wänden

2. Wärmedämmung von Dachflächen

3. Wärmedämmung von Geschossdecken

4. Erneuerung der Fenster oder Außentüren

5. Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage

6. Erneuerung der Heizungsanlage

7. Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung

8. Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.

Zu den Aufwendungen für energetische Maßnahmen gehören auch die Kosten für die Erteilung der Bescheinigung. Die Förderung kann für mehrere Einzelmaßnahmen an einem Objekt in Anspruch genommen werden; je Objekt beträgt der Höchstbetrag der Steuerermäßigung 40.000 EUR.

Die steuerliche Abzugsfähigkeit der energetischen Gebäudesanierung muss noch vom Bundesrat gebilligt werden. In der Vergangenheit ist eine ähnliche Initiative bereits an den Bundesländern gescheitert. Der natureplus e.V. unterstützt einen Appell der Gebäude-Allianz, einem breiten Bündnis von Akteuren aus Umweltschutz und Bauwirtschaft, "dass dieses wichtige und wirksame Vorhaben verzögerungsfrei umgesetzt wird und zum 1.1.2020 in Kraft treten kann. Die Steuerförderung für energetische Gebäudemodernisierung ist ein wirkmächtiges Instrument, die Wärmewende und den Klimaschutz voran zu bringen und sie leistet einen Beitrag zu den 2030-Zielen im Gebäudesektor." Diese Chance dürfe nicht vertan werden.

Zugleich sieht natureplus die Notwendigkeit, dass mit der steuerlichen Förderung unbedingt auch Qualitätsanforderungen verbunden sein müssten. Hier geht es um die begleitende Beratung, die Qualität der Planung unter Berücksichtigung der klimaverträglichen Materialqualitäten und um die Sicherung der Qualität der Bauausführung. All das bedeutet Mehrkosten für den Bauherren, deshalb wird er das in der Praxis gerne unterlassen mit der Gefahr, dass die ganze Maßnahme dann letztlich nicht zum Erfolg führt. So würden dann Steuergelder verschwendet. 

Eine detaillierte Übersicht über nachhaltige Dämmstoffe bietet die Datenbank des natureplus e.V. natureplus-database.org. Diese ist im Web kostenlos zugänglich.

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