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Corona-Krise kommt bei Planern an

Gemeinsame Umfrage von BAK und BIngK: Planer blicken mit Sorge in die Zukunft

Symbolfoto Pixabay


Eine aktuelle gemeinsame Umfrage von Bundesarchitektenkammer (BAK) und Bundesingenieurkammer (BIngK) zeigt, dass sich Architektur- und Ingenieurbüros auf wirtschaftlich schwierige Zeiten einstellen. Der Berufsstand sieht sich vor allem von nachgelagerten Effekten betroffen.

Wir geben hier eine Zusammenfassung aus dem Newsletter Baulinks gekürzt wieder.

Über 6.000 Architekten und über 3.200 Ingenieure aller Fachrichtungen sowie Stadtplaner haben sich vom 6. bis 14. April 2020 Zeit für drängende Fragen zu den Auswirkungen der Coronakrise genommen. Dreiviertel der Befragten spüren bereits konkret die Folgen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19, ein Drittel sogar deutlich negative. Die meistgenannten Probleme sind

  • abgesagte oder zurückgestellte Aufträge (52% der befragten Architekten / 46% der Ingenieure),
  • Verzögerungen im Genehmigungsprozess durch eine unterbesetzte öffentliche Verwaltung (41% / 33%) sowie
  • Störungen auf der Baustelle (34% / 25%).

Ab dem 2. Halbjahr 2020 rechnen Architekten und Ingenieure insgesamt mit einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und finanziellen Einbußen. Innenarchitekten sind derzeit wohl schon am stärksten betroffen.

Mahnung der Verbände

„Die Baubranche ist ein wichtiger Motor für unsere Wirtschaft. Bauprojekte setzen große Investitionsvolumina um, sind von langen Laufzeiten geprägt und haben hohe regionale Wirksamkeit,“ sagte Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, bei der Vorstellung der Befragungsergebnisse. „Auf vielen Baustellen kann, wenn auch eingeschränkt, weitergearbeitet werden. Umso wichtiger ist, dass die Planungen für bezahlbaren Wohnungsbau, energetische Sanierung und Schulbau weitergehen und die Programme zur Umsetzung des Europäischen Green Deals für mehr Klimaschutz in Stadt und Land nicht ins Stocken geraten. Diese Aufgaben müssen bei der Konzipierung zukünftiger Konjunktur- und Innovationspakete berücksichtigt werden.“

Hans-Ullrich Kammeyer, Präsident der Bundesingenieurkammer, betonte ergänzend: „Noch schaffen es glücklicherweise viele Ingenieurbüros die Folgen der Corona-Krise abzufangen. Allerdings ist jetzt schon abzusehen, dass die Probleme im Planungswesen erst verzögert auftreten. Planungskapazitäten, die jetzt wegbrechen, haben Auswirkungen auf wichtige und dringend benötigte Infrastruktur- und Hochbauprojekte von morgen.“.

Forderungen an die Bundesregierung

Die Wertschöpfungskette Bau ist mit 2,5 Mio. Erwerbstätigen ähnlich groß wie die Pflegebranche, größer als die Autoindustrie und somit eine zentrale Branche, um Investitionsprojekte umzusetzen. Bundesarchitektenkammer und Bundesingenieurkammer unterstützen die Bundesregierung, sichere Strategien im Umgang mit der Coronakrise zu erarbeiten. Folgende Maßnahmen stehen für die planenden Berufe im Vordergrund:

  • Unterstützung der kommunalen Bauverwaltungen, um deren Funktionsfähigkeit zu sichern, damit vor allem Genehmigungsverfahren weiterbearbeitet werden können.
  • Anpassungen der Hilfspakete für die planenden Berufe sowie eine Verlängerung von Förderungen, Zuschussprogrammen und Entlastungen bei den Steuervorauszahlungen über die folgenden Monate hinaus.
  • Abfederung coronabedingter Finanzierungsprobleme privater Bauherren, damit sich Bauprojekte nicht verzögern oder verhindert werden.
  • Ausrichtung der Sicherheits- und Hygienebestimmungen auf die Betriebsfähigkeit von Baustellen.
  • Vergabeverfahren müssen hinsichtlich einer europaweiten Umsetzung überprüft werden und ggf. vorübergehend vereinfacht werden.
  • Umsetzung geeigneter digitaler Abstimmungsformate für Wettbewerbs- und Partizipationsverfahren.

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