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Ergebnisse des Rohstoffmonitoring Holz

Die Kaskadennutzung ist bereits Realität, das Heizen mit Holz stagniert

(c) FNR

Die Stoffströme von Holz in Deutschland wurden von INFRO e. K. - Informationssysteme für Rohstoffe, der Universität Hamburg und dem Thünen-Institut analysiert. Das Ergebnis ist eine umfassende Rohstoffbilanz, die belegt, dass die Kaskadennutzung, schon Realität ist. Die Studie schließt Lücken in der amtlichen Statistik und stellt eine wichtige Datengrundlage dar, um die nachhaltige Umsetzung der Charta für Holz 2.0 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für mehr Holznutzung im Blick zu behalten.

Unterschiedliche Nutzergruppen

Dreieinhalb Jahre arbeitete das Team um Professor Udo Mantau von der Universität Hamburg daran, die Verwendungsmengen und -formen von Holz im Detail zu bilanzieren. Es galt, Daten in Bereichen zu erfassen, die die amtliche Holz-Statistik noch nicht berücksichtigt – etwa zur energetischen Holznutzung oder zum Altholzaufkommen. Die Studie berücksichtigt sieben Nutzergruppen: Sägewerke, Holzwerkstoffhersteller, die Holz- und Zellstoffindustrie, große und kleine Heiz- und Heizkraftwerke, mit Holz heizende private Haushalte und den Altholz-Entsorgungsmarkt.

Die wichtigsten Ergebnisse in der Zusammenfassung:

1.) Die Kaskadennutzung, also die Wiederverwendung von Rest- und Recyclinghölzern ist in Deutschland bereits Realität. Das zeigt der 2016er Vergleich von „frischem“ Holzaufkommen aus Wald und Landschaftspflege einerseits und Holzverwendung andererseits: Knapp 84 Mio. m3 Waldholz, Rinde und Landschaftspflegematerial wurden 2016 in die verschiedenen stofflichen und energetischen Nutzungsschienen eingespeist, aber gut 127 Mio. m3 Holzrohstoffe wurden tatsächlich genutzt. Somit konnte aus einem Kubikmeter primärer Biomasse über Kaskadennutzung von Industrierestholz und Altholz die 1,5fache Holzmenge für Holzprodukte gewonnen werden.

2.) Auch bei der energetischen Holznutzung spielt der Einsatz von Rest- und Recyclinghölzern eine große Rolle. So nutzten 2016 die Großfeuerungsanlagen überwiegend Altholz, aber nur 2,2 Prozent des gesamten Rohholzaufkommens in Deutschland. Private Öfen und Scheitholzkessel fragten 2016 gut 23 Prozent des Rohholzaufkommens nach. Der Löwenanteil des Rohholzes von fast 75 Prozent ging in die stoffliche Nutzung.

3.) Die energetische Holznutzung hat zwischen 2007 und 2008 ein Maximum erreicht, fiel danach wieder etwas zurück und stagniert seit 2011 auf ähnlichem Niveau wie die stoffliche Nutzung.

4.) Auf der Grundlage der dritten Bundeswaldinventur entwickelte das Thünen-Institut nachhaltige Nutzungsszenarien mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Im „Naturschutzpräferenzszenario“ erfolgt die Holznutzung unter besonders naturschutzorientierten Vorgaben, während das „Holzpräferenzszenario“ von einem in die Bewirtschaftung integrierten Naturschutz ausgeht. Im Vergleich zur aktuellen Nutzung von 62,2 Mio. m³ liegt das Nutzungspotenzial im Naturschutzpräferenzszenario bei 78,2 Mio. m³ und im Holzpräferenzszenario bei 104,7 Mio. m³. Die aktuelle Nutzung liegt damit noch unter dem nachhaltigen Nutzungskorridor. Differenziert man nach Nadel- und Laubholz, zeigt sich, dass die ungenutzten Potenziale vor allem beim Laubholz liegen. Durch eine stärkere Laubholznutzung und die Entwicklung innovativer Laubholzprodukte könnte die deutsche Forstwirtschaft also ihren Beitrag zu Klimaschutz und nachhaltiger Rohstoffversorgung noch erhöhen.

Alle weiteren Ergebnisse sind im Detail auf der Homepage der FNR zu finden.

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