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Bauwende fordert: "Graue Energie" soll ins GEG

In einer Stellungnahme fordert das neu gegründete Bauwende-Bündnis, „Graue Energie“ und „Graue Emissionen“ im Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu berücksichtigen und damit das beträchtliche Klima- und Ressourcenschutzpotenzial von Baustoffen zu heben.

In den nächsten fünf Jahren sollen 1,5 Millionen Wohnungen gebaut werden, eine günstige Gelegenheit, für mehr Klimaschutz zu sorgen.

„Die Bundesregierung lässt relevante Klimaschutzpotentiale im Bausektor vollkommen außer Acht. Das können wir uns nicht leisten“, kritisiert Dr. Uli Wischnath, geschäftsführender Vorstand des Bauwende e.V., den im Dezember bekannt gewordenen Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz (GEG). Wischnath hat zusammen mit dem natureplus e.V. und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen das Bauwende-Bündnis ins Leben gerufen und koordiniert dieses. In seiner jetzt veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme übt das Bündnis deutliche Kritik. Der aktuelle Referentenentwurf zum GEG regelt lediglich die Anforderungen an den Energiebedarf in der Nutzungsphase, z.B. für das Beheizen eines Gebäudes, nicht aber den Aufwand für die Herstellung des Gebäudes selbst. Dadurch bleiben nach Einschätzung des Bauwende-Bündnisses wesentliche Einflüsse auf die Umweltwirkung von Gebäuden völlig unberücksichtigt. 

Was ist Graue Energie?

Die so genannte „Graue Energie“ und die „Grauen Emissionen“ stecken in Baustoffen und bezeichnen den Energieverbrauch und die Emissionen von Treibhausgasen, die bei deren Herstellung, Transport, Verarbeitung und Entsorgung entstehen. Je nach Gebäudetyp können diese materialbezogenen Umweltwirkungen enorm sein. Der Bausektor hat großen Einfluss auf den Klimawandel: Der Hochbau ist für sechs Prozent des globalen Energieverbrauchs und elf Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 

Pflicht zu einer vergleichenden Ökobilanz

„Bei gut gedämmten Neubauten bleibt ohne die Graue Energie die Hälfte der Umweltwirkungen gänzlich unberücksichtigt“, sagt Dr. Uli Wischnath. Demnach hat die Wahl klima- und ressourcenschonender Baumaterialien eine erhebliche Klimawirkung. Ohne eine Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes werden Energie- und CO2-Einsparpotentiale nicht gehoben und die Bundesregierung verpasse mit dem Gesetz die Chance, einen umfassenden Klimaschutz im Gebäudesektor gesetzlich festzuschreiben und zu fördern. Die Initiative fordert deshalb als ersten Schritt, ab dem 1. Januar 2021 die Pflicht zu einer vergleichenden Ökobilanz in das Gesetz aufzunehmen. Auf einer solchen gesetzlichen Grundlage können – z.B. bei der KfW – Förderprogramme aufgelegt werden, die die Bauweisen und Baumaterialien mit günstiger Energie- und CO2-Bilanz fördern. Klimafreundliches Bauen und Sanieren kann so in die Breite gebracht und Einsparmöglichkeiten durch die Verwendung erneuerbarer und energiesparender Ressourcen genutzt werden.

Breite Unterstützung

„Bereits vor der Veröffentlichung haben wir auch außerhalb des Unterzeichnerkreises viele Unterstützer gefunden“ sagt Thomas Schmitz, Geschäftsführer von natureplus e.V. und Mitinitiator des Bündnisses, und ergänzt: „Ich bin sicher, dass noch einige dazu kommen. Die Bedeutung der Materialebene für den Klimaschutz im Gebäudesektor ist zumindest außerhalb der Bundesregierung vielen bewusst.“

Kontakt:

natureplus e.V. 
[T] +49 (0)6223 86601720 
info@natureplus.org

Koordinator Bauwende-Bündnis:

Dr. Uli Wischnath 
[T] +49 (0)30 54908998 
wischnath@bauwende.de
 

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