Pressespiegel

Frankenpost: Hart Keramik AG mit natureplus-zertifizierter Lehmbauplatte

Politiker besichtigen die Hart Keramik AG in Schirnding. Die Firma ist seit acht Generationen ein Familienbetrieb und hat 125 Mitarbeiter.

Schirnding - Mit der Produktion von Steinzeugflaschen für den Versand von Mineralwasser fing die Unternehmergeschichte der Familie Hart vor rund 300 Jahren im Egerer Land an. Mit Ziegeln, Schornsteinrohren und vielen weiteren Produkten für die Bauindustrie wuchs das Unternehmen stark. Ursprünglich im böhmischen Kinsberg beheimatet, konnte Anton J. Hart nach der Enteignung und Vertreibung 1945 dann in Waldsassen Fuß fassen. Die Ziegelwerke Waldsassen AG wurde zum Ausgangspunkt der jüngeren Erfolgsgeschichte.

Über diese lange Zeit, so sagte der jetzige Vorstandsvorsitzende und Gesellschafter der Hart Keramik AG, Anton W. Hart, bei seiner Begrüßung, stellten sich immer wieder die gleichen Fragen: Welche alten Zöpfe müssen wir abschneiden? Und was machen wir künftig? So auch wieder im Jahr 2010: Anton W. Hart entschied sich, die Produktion komplett in Schirnding zu konzentrieren und das Werk in Waldsassen zu schließen. Die Regierung von Oberfranken, das Landratsamt Wunsiedel und die Marktgemeinde Schirnding haben die Erweiterung begleitet. Seitdem treffen sich Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, Landrat Dr. Karl Döhler und die Bürgermeisterin Karin Fleischer alle zwei bis drei Jahre mit der Unternehmensleitung, um sich über die aktuelle Entwicklung der Keramikwerke zu informieren. So auch jetzt.

In den vergangenen Jahren gab es zwei große Investitionen. Zum einen wurde eine automatische Formgebungsanlage für Kaminrohre errichtet. Zum anderen wurde die Fertigung der neuen Lehmbauplatte auf eine industrielle Produktion umgestellt. Dafür wurden insgesamt knapp vier Millionen Euro investiert. Mit der Lehmbauplatte soll eine für das Unternehmen neue Nische, nämlich eine ökologische, im Markt erobert werden. Es war sehr aufwendig, die passende Materialmischung hinzubekommen und die notwendige Temperatur und Zeit für die Trocknung herauszufinden. Und um alle Prüfungen für die natureplus-Zertifizierung vorzubereiten und zu bestehen, war Lea Hart ein halbes Jahr lang beschäftigt.

Auch wenn das Unternehmen mittlerweile eine Aktiengesellschaft mit 125 Mitarbeitern ist, ist es im Kern doch ein Familienunternehmen geblieben: Mit Anton W. Hart und seiner Frau Elisabeth steht bereits die achte Generation in der Verantwortung. Sohn Sebastian und seine Frau Lea arbeiten ebenfalls im Unternehmen, beide sind Diplom-Ingenieure für Werkstofftechnik, Glas und Keramik.

Quelle: Frankenpost, 16.08.2018, Autor: Peter Pirner

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