natureplus beim ZEBAU-Expertenkreis

Graue Energie und die Möglichkeiten für ihre Minimierung waren das Thema bei der ZEBAU am 9. Dezember in Hamburg.

Danny Püschel vom NABU beim ZEBAU-Vortrag. Foto: natureplus

Thema des Expertenkreises in Hamburg war Graue Energie, und wie diese in den Gebäuden verbaute Energie durch die Verwendung heimischer und natürlicher Materialien sowie durch ressourcenschonendes Bauen reduziert werden kann. Für natureplus war Tilmann Kramolisch vor Ort.

Ressourcen in den Kreislauf führen

Zum Einstieg in die Diskussion zeigte Dr. Wolfram Trinius vom Ingenieurbüro Trinius in Hamburg anhand von zahlenreichen Grafiken, dass der weltweite Ressourcenverbrauch deutlich angestiegen ist, und warb für eine ganzheitliche Betrachtung bei Bautätigkeiten. Neben Ressourceneffizienz komme es auf Ressourcenkreisläufe an, weshalb dem Recycling von Bauprodukten eine große Bedeutung zukommt. Gerade Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen haben dafür große Potentiale, weil sie wiederverwertbar sind. 

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, dass der deutsche Gebäudebestand nahezu klimaneutral werden soll. Bislang außer Betracht bleibt dabei in der öffentlichen Diskussion zumeist die Graue Energie. Graue Energie meint dabei die an die Materialien gebundene Energie, die zur Herstellung, Instandsetzung und Entsorgung der Baumaterialien benötigt wird. Bei einem gut gedämmten Neubau ist etwa die Hälfte der über den Lebenszyklus benötigten Energie bereits verbraucht, wenn die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen.

Graue Energie einsparen

Daher ist eine ganzheitliche energetische Betrachtung der Gebäude über den gesamten Lebenszyklus hinweg wichtig. Danny Püschel vom NABU machte deutlich, dass dafür die Graue Energie minimiert werden muss, denn Material- und Energieeinsatz hängen direkt zusammen. Zentrale Hebel, um Graue Energie einzusparen, sind die Bauweise und Bauform, die Lebensdauer des Gebäudes, die Vorfertigung, bei der weniger Abfall entsteht, sowie vor allem auch die Materialauswahl. Anhand von Grafiken zeigte Püschel, dass nachwachsende Rohstoffe gerade in Bezug auf Graue Energie große Vorzüge haben, sowohl beim Primärenergieverbrauch als auch beim CO2 Ausstoß. Püschel stellte unterschiedliche Datenbanken vor, anhand derer die für die Herstellung der Materialien verwendete Energie berechnet werden kann.

In der abschließenden Diskussionsrunde stelle Dr. Stefan Diederichs von der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie die Förderprogramme der Hansestadt vor. Finanzielle Zuschüsse gibt es unter anderem für die Verwendung natürlicher Dämmstoffe mit natureplus-Siegel. Mit dezidierten Programmen setzt Hamburg neuerdings zudem auf den konstruktiven Holzbau, z.B. über zusätzliche Fördermittel für Wohnungsneubauten auf Holzbasis.

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