Kreislaufgerechte Dämmstoffe

Fachgespräch der DUH befasste sich mit „Lösungsansätzen für Zusätze und Störstoffe“, natureplus zeigte Vorteile für nachwachsende Rohstoffe auf

Symbolfoto (c) IFEU / AdobeStock

Im Rahmen des DBU-geförderten Projekts „Innovationen Wärmedämmung“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) beschäftigte sich ein Fachgespräch Ende Februar mit „Lösungsansätzen für Zusätze und Störstoffe“, die einem stofflichen Recycling der Dämmstoffe im Wege stehen. Der Fokus der Veranstaltung lag auf innovativen Ansätzen für schadstofffreie Dämmmaterialien, neuartigen Recyclingtechnologien, Siegeln und Zertifikaten sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit Störstoffen.

Dämmstoffe spielen für den Klima- und Ressourcenschutz eine wichtige Rolle. Auch gibt es bei Dämmstoffen ein enormes Potenzial hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft. Dieses wird bisher jedoch noch wenig genutzt, rückgebaute Dämmstoffe werden zu Großteilen deponiert oder verbrannt. Da sich die Menge an rückgebauten Dämmmaterialien aufgrund der klimapolitischen Ziele im Gebäudesektor zukünftig steigern wird, kommen innovativen Dämmmaterialien und neuen Recycling-Verfahren eine große Bedeutung zu. Die rund 50 Teilnehmer*innen des Fachgesprächs stimmten darin überein, dass die Debatte um Zusätze und Störstoffe die Verbraucher*innen verunsichert und es eine erweiterte Produzentenverantwortung für Dämmstoffe geben müsse, um das Recycling künftig zu erleichtern.

Auch natureplus war auf diesem Fachgespräch mit einem Impulsreferat vertreten. Darin führte Thomas Schmitz in die Bedeutung von Siegeln und Zertifikaten in diesem Zusammenhang ein. So könnten RAL-Gütesiegel die Abwesenheit von gesundheitsschädlichen Mineralfasern oder des biopersistenten Flammschutzmittels HBCD belegen. Umweltzeichen wie Blauer Engel, natureplus oder cradle2cradle bestätigten in unterschiedlichem Umfang die Abwesenheit von Schad- und Störstoffen. Vor allem mit dem natureplus-Label gebe es bereits heute erste verbindliche Anforderungen an den Recyclinganteil und an die Kreislauffähigkeit von Bauelementen. Diese Anforderungen sollen künftig weiterentwickelt werden.

Außerdem ging Schmitz auf die besonderen kreislaufwirtschaftlichen Vorteile von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ein. So könnten nach entsprechenden Untersuchungen der Hersteller gebrauchte Einblasprodukte aus Holzfaser und Zellulose zu 90% wiedergenutzt oder zu Dämmplatten weiterverarbeitet werden. Flexible Matten mit Bindefaser könnten zu Formteilen für die Autoindustrie heißgepresst werden, wie eine Untersuchung des Heidelberger IFEU-Instituts gezeigt hat. Für feste Dämmplatten aus Holzfasern käme sowohl eine direkte Wiederverwendung in Frage, sofern sie zerstörungsfrei ausbaubar sind, als auch eine Weiterverwertung in bestimmten Holzwerkstoffen nach entsprechender Zerkleinerung. Besonders großes Circular-Economy-Potential bescheinigte Schmitz seriell gefertigten Bauelementen wie Wand- und Deckenelementen aus Holz und Holzwerkstoffen.

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