Stellungnahme zum GEG

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Bundesregierung liegt im Entwurf vor. Bei natureplus stößt dieser Entwurf auf Kritik, weil weiterhin nur der Energieverbrauch in der Nutzungsphase betrachtet wird.

Mit dem „Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude - Gebäudeenergiegesetz“ (GEG) soll künftig ein einheitliches Anforderungssystem gelten, welches Anforderungen an die Energieeffizienz, den baulichen Wärmeschutz und die Nutzung Erneuerbarer Energien enthält. Anlass dafür ist zum einen die von der EU-Gebäuderichtlinie geforderte Festlegung des energetischen Standards eines Niedrigstenergiegebäudes für Neubauten. Zum anderen soll durch die Zusammenführung der bisher geltenden Bestimmungen (EnEG, EnEV, EEWärmeG) bestehende Diskrepanzen überwunden und der Vollzug des Energieeinsparrechts erleichtert werden. Im Kern werden in dem vorliegenden Entwurf die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz der gültigen EnEV 2016 in die Zukunft fortgeschrieben. 

Für den internationalen Umweltverband natureplus ist damit eine Chance vertan, um das beträchtliche Klima- und Ressourcenschutzpotenzial von Baustoffen für künftige Sanierungs- und Neubaumaßnahmen zu erschließen. In einer Stellungnahme an die beiden federführenden Ministerien (BMWi und BMI) bemängelt natureplus Geschäftsführer Thomas Schmitz das starre Festhalten am Sektorendenken und die alleinige Orientierung auf den Energieverbrauch während der Nutzungsphase. Dies widerspreche der heute in der Wissenschaft allgemein anerkannten Sichtweise. Demnach könnten die Qualität eines Gebäudes und seine Auswirkungen auf die CO2-Emissionen nur mittels einer Betrachtung seines gesamten Lebenszyklus beurteilt werden. "Ein entscheidender Teil der Treibhausgasemissionen im Bausektor entsteht bei der Herstellung der Baumaterialien, der Errichtung und Instandhaltung der Gebäude sowie bei deren Entsorgung. Deshalb lassen sich die Klimaschutzziele im Gebäudebereich nur dann erreichen, wenn man den Einsatz klima- und ressourcenschonender Baumaterialien gezielt anreizt", fordert Schmitz. 

Neue Forschungsarbeiten würden zeigen, dass bei heutigen Neubauten die verwendeten Baumaterialien oftmals für größere CO2-Belastungen verantwortlich sind, als der Gebäudeenergieverbrauch in der Nutzungsphase. Durch CO2-optimierte Materialwahl liessen sich deshalb, je nach Gebäudetyp, bis zu 15-30 % der gesamten CO2-Emissionen im Lebenszyklus einsparen. Deshalb empfiehlt natureplus, mit dem GEG jetzt auch die Materialebene der Gebäude in den Blick zu nehmen, um die Einsparpotentiale klimaneutraler und klimafreundlicher Baumaterialien zu heben. Auf einer solchen gesetzlichen Grundlage könnten – z.B. bei der KfW – Programme aufgelegt werden, die den Einsatz von Baumaterialien mit günstiger CO2-Bilanz fördern. "Klimafreundliches Bauen und Sanieren kann so in die Breite gebracht und Einsparmöglichkeiten durch die Verwendung erneuerbarer Ressourcen genutzt werden", hofft Schmitz. 

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