NBBW-System für nachhaltigen kommunalen Hochbau

Im 3. „Neckargemünder Seminar“ von natureplus stand das Thema „Baustoffplanung – ökologisch transparent planen mit dem NBBW System“ im Mittelpunkt.

Startseite NBBW-System auf der website des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Foto: Screenshot

Das Land Baden-Württemberg legt auch im Baubereich den Fokus auf Nachhaltigkeit. Gemäß dem seit 2013 geltenden Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg sollen Förderprogramme des Landes für den kommunalen Hochbau die Grundsätze des nachhaltigen Bauens erfüllen (§7 Absatz 5). In der 2019 erfolgten Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes sollen die Förderprogramme des Landes für die Errichtung und die Sanierung von Nichtwohngebäuden den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens grundsätzlich Rechnung tragen. Bereits 2014 wurden für die praktische Umsetzung die „Nachhaltigkeitskriterien im staatlich geförderten kommunalen Hochbau in Baden-Württemberg“, kurz NBBW, entwickelt, welche seit dem 29.08.2014 in den kommunalen Förderprogrammen des Landes zur Anwendung kommen müssen.

NBBW-Nachhaltigkeitskriterien

Die Nachhaltigkeitskriterien des NBBW zielen ganz konkret auf die Steigerung der ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Gebäudequalität. Im Mittelpunkt steht der Gebäudenutzer, dessen Lebens- und Arbeitsbedingungen funktionsgerecht, gesundheitsverträglich und behaglich sein sollen. 

In das NBBW sind die 10 wesentlichen Hauptkriterien des nachhaltigen Bauens für den staatlich geförderten kommunalen Hochbau, welche das Ministerium für Umwelt, Klima und Energie-wirtschaft Baden-Württemberg festgeschrieben hat, eingeflossen:

  1. Umweltwirkungen im Lebenszyklus – Ökobilanzierung
  2. Ressourcenschonung im Hinblick auf nicht erneuerbare Energie
  3. Nachhaltige Ressourcenverwendung bei Holz- und Betonbauteilen
  4. Gesundheits- und umweltverträgliche Baustoffe
  5. Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus
  6. Thermische und akustische Behaglichkeit in Innenräumen
  7. Qualität der Innenraumluft
  8. Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit
  9. Qualität der Projektvorbereitung
  10. Qualität der Bauausführung

Die Nachhaltigkeitskriterien konzentrieren sich auf die Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs, die Reduzierung der über den gesamten Lebenszyklus summierten Gebäudekosten, die Verwendung von gesundheits- und umweltverträglichen Baustoffen und die Schaffung behaglicher Nutzungsbedingungen. Darüber hinaus wird mit den Kriterien vorgezeichnet, wie Planung und Bauausführung diese Qualitäten sichern können.

Staatliche Förderung

Für den staatlich geförderten kommunalen Hochbau obligatorisch, unterstützt das NBBW die Beteiligten in Planung und Ausführung bei der Anwendung der vorgeschriebenen und zu erfüllenden Nachhaltigkeitskriterien. Das System stellt eine Projektverwaltung zur Verfügung, die die notwendigen Berechnungs- und Dokumentationshilfsmittel und technische Hintergrund-informationen beinhaltet. Das Planungstool stützt sich im Wesentlichen auf Elemente des entsprechenden Bundesprogramms BNB. 

Das Programmsystem NBBW wendet sich an Fachleute (wie z. B. Architekten und Ingenieure), die einschlägige Erfahrungen insbesondere

  • in der Planung, Ausführung und Überwachung von Hochbaumaßnahmen,
  • in der Erstellung von Ökobilanzen für Bauwerke und
  • in der Auswertung von Begleitdokumenten zu Bauprodukten haben.

natureplus Gütesiegel hilft

natureplus gibt Architekten und anderen am Bau Beteiligten durch Fortbildungen die notwendige Fachkenntnis, wie die Auswahl und Nachweisführung für nachhaltige Baustoffe einfach und sicher gelingen kann und den Kriterien „NAKR 4 Umwelt- und gesundheitsverträgliche Baustoffe des NBBW“ entspricht. Insbesondere die natureplus Produktdatenbank hilft dabei, Produkte mit den geforderten Eigenschaften nach NBBW zu identifizieren.

Zur Umsetzung der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt

Weiterlesen

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat die auf der MVV-TB basierende Verwaltungsvorschrift der Landesbauordnung bezüglich...

Weiterlesen

Deutsche Umwelthilfe und Deutscher Mieterbund starten das Projekt „Klimaschutz trifft Mieterschutz – Wege zur sozialverträglichen Gebäudesanierung“.

Weiterlesen

Beim VDI-Expertenforum dreht sich alles um die neue Richtlinie VDI 6202 Blatt 3 - Erkundung und Bewertung von Asbest im Bauwerksbestand.

Weiterlesen

 

ADVERTISMENT