Ressourcenschonung im Bauwesen

Forschungseinrichtungen analysieren Potenziale beim Gebäude-Rückbau.

Die vollständige Kurzanalyse des VDI ZRE kann kostenlos heruntergeladen werden. Link siehe unten.

Das UMAR-Modul wird mit einem Baukran in das Nest-Versuchshaus eingeschoben. (c) W. Zawarski

Baustoffe, die beim Abriss oder der Sanierung von Gebäuden anfallen, sind zu wertvoll, um sie auf einer Deponie enden zu lassen. Von dieser Idee geleitet, beschäftigen sich verschiedene Forschungseinrichtungen und Projekte intensiv mit Fragen der Ressourcenschonung, der Rückbaufähigkeit von Gebäuden oder der Kreislauffähigkeit von Materialien und erproben sie in der Praxis. natureplus greift diese Themen in seiner neuen Vergaberichtline zu Bauelementen in Holzbauweise auf und setzt sie in konkrete Kriterien und Anforderungen an Baustoffe um.

Kurzanalyse des VDI Zentrum Ressourceneffizienz

In der neuen Kurzanalyse mit dem Titel „Rückbau im Hochbau“ des VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) wird stattdessen eine sinnvolle Kreislaufführung empfohlen. Darüber hinaus werden Potenziale des selektiven Rückbaus, der Demontage und bei der Aufbereitung der Sekundärrohstoffe aufgezeigt. Das Baustoff-Recycling kann vereinfacht werden, indem von vornherein recyclingfreundliche Baustoffe sowie lösbare Verbindungen und Konstruktionen verwendet werden. Auch eine modulare Bauweise kommt einer Wiederverwendung oder einem Recycling entgegen.

Demontage und Wiederverwendung

Das höchste Potenzial für Ressourceneffizienz erkennen die Autoren der Analyse in der Demontage von Bauteilen mit anschließender Wiederverwendung. Bei der Demontage wird auf Primärrohstoffe verzichtet und darüber hinaus die Energie für die Herstellung neuer Bauteile gespart. Eine Kombination aus Demontage und selektivem Rückbau ist laut Analyse am sinnvollsten, da Bauteile beim Ausbauen und Herauslösen meist beschädigt werden.

Verlängerung der Gebäudelebensdauer

Die Ressourceneffizienz wird auch gesteigert, wenn es gelingt, die Lebensdauer eines Gebäudes zu verlängern. Dies kann beispielsweise durch Sanierung eines bestehenden Gebäudes oder flexible Grundrisse erreicht werden, um sie an zukünftige Nutzungsbedarfe anzupassen. Hierfür finden sich in der vorliegenden Analyse des VDI ZRE diverse Praxisbeispiele sowie die informative Aufzeichnung eines Fachgesprächs mehrerer Praktiker zu dem Thema aus dem Januar 2019. Die vollständige Analyse steht unter diesem Artikel in einem Link zum Download bereit.

UMAR - ein Praxisbeispiel

Die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt EMPA aus der Schweiz hat unweit von Zürich ein Gebäude erstellt, dessen Materialien komplett sortenrein in die jeweiligen Stoffkreisläufe zurückgeführt werden können. Auf dem Campus der EMPA befindet sich ein Versuchshaus, welches aus einem Bauregal aus Betondecken besteht. In dieses können verschiedene Gebäudemodule eingeschoben werden. Darunter befindet sich seit 2018 auch ein Kreislaufmodul mit dem Namen UMAR - die Abkürzung steht für "Urban Mining and Recycling". Für dieses Modul wurden ausschließlich recycelbare Werkstoffe und Materialien, die bereits einen Kreislauf hinter sich haben, genutzt. Das UMAR-Modul besteht aus drei Zimmern, die vorgefertigt und dann innerhalb eines Tages mittels eines Baukrans in das Forschungsgebäude eingefügt wurden. Bewohnt wird das UMAR-Modul seither von Studierenden aus Zürich, die das Modul nebenher auf seine Benutzbarkeit testen.

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