
Die April Ausgabe des atmo Magazin. Bild: atmo
Bauwende jetzt!
Deutschland muss bis 2045 klimaneutral sein, doch auf dem Weg dorthin hinkt der Gebäudesektor chronisch hinterher. Das „Bauwende-Bündnis“ zeigt, wie die Wende gelingt – mit sieben konkreten Maßnahmen:
Bestand nutzen
Mit Umbau, Aufstockung und Umnutzung den Gebäudebestand in Wert setzen und das Klima schützen. Das schafft neuen (Wohn-)Raum ohne Flächenverbrauch und bei geringem Energie- und Kosteneinsatz.
Nachhaltige Baustoffe wählen
Kreislauffähige, regionale und rezyklierte sowie nachwachsende und geobasierte Baustoffe haben Vorrang. Das sind Holz, Lehm, Kalk, Stroh, Ziegel und Co. Sie sparen Ressourcen und Herstellungsenergie und können – wie Holz – sogar CO₂ speichern.
CO₂-Limits festlegen
Dänemark und Frankreich machen es vor: Dort gelten CO₂-Obergrenzen für Bauvorhaben, die die gesamte Lebensdauer berücksichtigen. Klare CO₂-Budgets pro Quadratmeter lenken Planung und Materialwahl konsequent in Richtung Klimaschutz.
Zirkulär bauen
Gebäude müssen so geplant werden, dass Bauteile repariert, sortenrein rückgebaut und wiederverwendet werden können. Materialien dürfen nicht nach einmaliger Nutzung zu Abfall zu werden.
Abrisse stoppen
Unsere Gebäude sind wertvolle Materiallager und stecken voller „grauer Energie“ – Energie, die bei Herstellung, Transport und Einbau der Materialien eingesetzt wurde. Beim Abriss geht sie verloren. Zugleich braucht die Sanierung weniger „graue Energie“ und damit CO₂ als der Neubau. Deshalb: Gebäude erhalten und ihre Lebensdauer verlängern!
Öffentliche Hand verpflichten
Bund, Länder und Kommunen müssen konsequent klimafreundliche Bauweisen und Materialien ausschreiben. So können sie Innovationen im gesamten Bausektor beschleunigen.
Gemeinsam planen
Bauen beeinflusst Klima, Wohngesundheit und Lebensqualität für Jahrzehnte. Planung muss Menschen einbeziehen und neue Erkenntnisse aus Forschung, Praxis und gemeinschaftlichen Projekten nutzen.
Unsere sieben Forderungen erschienen in der April Ausgabe des atmo Magazin zum Thema „BESSER [nicht neu] BAUEN“. Einen Einblick ins Heft gibt die Debatte mit Elisabeth Broermann von Architects for Future, die online zur Verfügung steht. Wer unabhängigen Umweltjournalismus unterstützen möchte, kann das Magazin hier abonnieren.
Wie diese Forderungen konkret in die Praxis umgesetzt werden können, zeigt außerdem das Projekt Bioökonomie mit konkreten Lösungsansätzen, Beispielen und Impulsen für eine zukunftsfähige Bauwende.
Das Bauwende-Bündnis ist initiiert von den Umweltverbänden Bauwende e.V. und natureplus e.V.
Weitere Infos: natureplus-label.org


