Schadstofffreiheit ist Grundvoraussetzung für zirkuläres Bauen. Bild: Canva

Von und über natureplus

Zirkuläres Bauen: Bestand erhalten, Kreisläufe schließen

Eine Kommentierung des natureplus e.V. zur Stellungnahme des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) „Zirkuläres Bauen: Bestand erhalten, Kreisläufe schließen“

April 28, 2026

SRU-Gutachten bestätigt: Schadstofffreiheit ist Voraussetzung für zirkuläres Bauen

Mit seinem aktuellen Gutachten setzt der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) ein starkes Signal für eine Ressourcenwende im Bausektor. Der natureplus e.V. begrüßt die zentrale Forderung, den Bestandserhalt vor den Neubau zu stellen und Kreislaufkonzepte als Standard zu etablieren. Hervorzuheben ist die Erkenntnis des Rates, dass eine echte Kreislaufführung untrennbar mit der Schadstofffreiheit von Bauprodukten verbunden ist. Dies validiert den langjährigen natureplus-Ansatz: Das natureplus Umweltzeichens prüft Bauprodukte umfassend entlang strenger Kriterien für Ressourcen- und Klimaschutz und auch Wohngesundheit.

Kommentierung von natureplus

1. Schadstofffreiheit als Grundvoraussetzung der Zirkularität

Der SRU stellt klar, dass zirkuläre Baumaßnahmen nur dann nachhaltig sind, wenn Schadstoffe konsequent ausgeschleust werden. natureplus unterstützt die Empfehlung, Bauprodukte so zu gestalten, dass sie sich hochwertig wiederverwenden lassen, ohne die Innenraumluftqualität oder spätere Recyclingprozesse zu belasten. Ein Umweltlabel wie natureplus bietet hier die notwendige Sicherheit: Durch unabhängige Prüfungen von Emissionen und Inhaltsstoffen wird gewährleistet, dass „Sekundärrohstoffe von heute nicht die Altlasten von morgen werden“.

2. Vorrang für nachwachsende und geprüfte Baustoffe

Während der SRU den Fokus stark auf mineralische Kreisläufe und technische Sekundärbaustoffe legt, betont natureplus ergänzend die Bedeutung nachwachsender Rohstoffe. Diese sind naturgegebene Kreislaufmaterialien mit hoher CO₂-Speicherleistung. Wir teilen jedoch die Einschätzung des SRU, dass Holz aus nachhaltiger Gewinnung begrenzt verfügbar ist und daher hocheffizient und kaskadisch genutzt werden muss. Die vom SRU geforderten Lebenszyklusanalysen (LCA) sind das richtige Instrument, um die ökologischen Vorteile dieser Materialien transparent zu machen.

3. Transparenz durch digitale Produktpässe und Labels

Die Forderung nach digitalen Gebäuderessourcenpässen (GRP) und standardisierten Herstellerangaben ist essenziell. natureplus sieht sich in dieser Hinsicht als wichtiger Datenlieferant, denn unsere Produktzertifizierung liefert bereits heute die belastbaren Fakten zur Materialzusammensetzung und Umweltwirkung, die für solche digitalen Tools benötigt werden. Wir unterstützen die Forderung des SRU, ökologische Kriterien und die Dokumentationspflicht zumindest für öffentliche Vorhaben verpflichtend zu machen.

4. Marktanreize für nachhaltige Produkte

natureplus befürwortet die vorgeschlagenen ökonomischen Instrumente, wie eine Primärbaustoffsteuer oder Steuererleichterungen für Sekundärbauprodukte, ausdrücklich. Solche Maßnahmen würden den Kostennachteil von ökologisch hochwertigen und geprüften Produkten ausgleichen und den Markt für nachhaltiges Bauen erheblich stärken.

Fazit

Das SRU-Gutachten ist wegweisend. Es bestätigt, dass der Weg zu einem zirkulären Bausektor über geprüfte Qualität, Transparenz und den Schutz der Gesundheit führt. natureplus steht künftig weiter als Partner zur Seite, um die vom SRU geforderte Qualifizierung der Branche voranzutreiben und eine breitere Marktdurchdringung nachhaltiger und schadstoffgeprüfter Baustoffe zu erreichen.

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