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Materialpreis 2021 der Agentur raumprobe verliehen

Am 15. Dezember wurde der Materialpreis 2021 der Agentur raumprobe vergeben. In der Kategorie "Material" wurden gleich vier Projekte ausgezeichnet, bei denen insbesondere nachhaltige Baustoffe im Fokus standen.

Der Materialpreis der Agentur raumprobe prämiert Materialinnovationen und ihren Einsatz in Bauprojekten – im jährlichen Wechsel erhalten Hersteller und Planer die renommierte Auszeichnung. Von der Entwicklung bis zur Anwendung werden so Materialien mit angemessener Aufmerksamkeit bedacht und für ihre funktionalen, ästhetischen sowie ökologischen Qualitäten geehrt. Die internationalen Einreichungen für den Preis umfassen über 20 Nationen.

Erstmalig in digitaler Form wurden nun die diesjährigen, gewinnenden Planer und Büros aus über 168 Bewerbern in einem abendlichen Event am 15. Dezember 2021 vorgestellt und ausgezeichnet. Unterteilt wurde die Ehrung in die Kategorien: Anwendung, Material, Materialeinsatz sowie Publikums-Voting. Die vier Gewinner in der Kategorie Material waren:

Boltshauser Architekten: Ofenturm Ziegelei-Museum Cham (Stampflehm)

Der neun Meter hohe Ofenturm bietet neben einer Aussichtsplattform, einen Ausstellungsraum und einen Brennofen in einer Struktur aus Stampflehm. Der Turm, der von Boltshauser Architekten zusammen mit Studierenden der ETH Zürich und TU München entwicklelt wurde, trägt laut Juryurteil, zur Weiterentwicklung des traditionellen Lehmbaus bei. Stampflehm verbraucht in der Erstellung eines Gebäudes nur ca. 10% der Energie im Vergleich zu konventionellen Baustoffen wie Beton.  Zudem wird es aus Aushub produziert, ist ein atmungsaktiver und natürlicher Baustoff und ist damit am Ende praktisch zu 100 % recyclebar. Das Projekt der Boltshauser Architekten richtet seine Aufmerksamkeit damit auf einen praktisch weltweit verfügbaren Baustoff und kann als Wegweiser für künftige Projekte dienen. Neben Stampflehm wurden im Ofenturm gepresster Lehmstein und Konstruktionsvollholz verbaut.

pedevilla architekten: ciAsa Aqua Bad Cortina (Vollholz)

Die ciAsa (rätoromanisch für Haus) ist ein hochalpines Vollholz-Wohnhaus im Südtiroler St.Vigil, umgeben von den Gadertaler Dolomiten. Die drei oberirdischen Geschosse des Hauses bestehen vollständig aus Holz der umliegenden Wälder: nach dem Sturm Vaja 2018 sah der Bauherr in den gefallenen Fichten und Zirben bestes Bauholz, das er für den Hausbau nutzen wollte. Und so wurde es geborgen, verarbeitet und unter Berücksichtigung der Wuchsrichtung eingesetzt - das Fichtenholz für die tragende Struktur, das massive Zirbenholz für Innenoberflächen und die speziell angefertigte Möblierung. Der Beton für das Untergeschoss besteht aus Dolomitgestein des vorbeifließenden Baches, angereichert mit hauseigenem Thermalwasser. Große Bedeutung kommt den Aspekten der Nachhaltigkeit und Regionalität und handwerklicher Tradition zu. Für die Jury "eine fantastische Geschichte von der Baustelle, die zu den Materialien kam, nicht umgekehrt.“

ITECH Universität Stuttgart: livMatS Pavillon Botanischer Garten Freiburg (Flachsfasern)

Der livMatS Pavillon im Botanischen Garten der Universität Freiburg zeigt eine nachhaltige, ressourceneffiziente Alternative zu konventionellen Bauweisen auf. Es ist das erste Gebäude, dessen tragende Struktur ausschließlich aus robotisch gewickelten Flachsfasern besteht, einem Material, das natürlich, erneuerbar, biologisch abbaubar und regional verfügbar ist. Der Pavillon ist das Ergebnis der Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams von Architekt*innen und Ingenieur*innen des Masterstudiengangs ITECH am Exzellenzcluster IntCDC der Universität Stuttgart und Biolog*innen des Exzellenzclusters livMatS an der Universität Freiburg. In den Augen der Jury verbindet der Pavillon nachhaltige Faserverbundwerkstoffe mit materialeffizienten Leichtbaukonstruktionen zu einer ausdrucksstarken, inspirierenden Architekturskulptur.

Brueckner & Brueckner Architekten: Neubau Büro- & Verwaltungsgebäude für die Ziegler Group (Vollholz)

Der Neubau des Büro-und Verwaltungsgebäudes der Ziegler Group, einem Familienunternehmen in der Holzverarbeitung, verwirklicht durch Brueckner & Brueckner Architekten, bedient sich des Ursprünglichsten der Ziegler Produktpalette, dem Baumstamm. Damit fügt es sich daher sehr gut in seine Umgebung im Plößberger Wald ein. Die Jury des Materialpreises lobte insbesondere die konsequente Holzanwendung in immer detaillierterer Verarbeitung vom Rohstoff zur Anwendung im gesamten Neubau. 

Materialpreis 2022 -  Einreichungsfrist läuft ab Februar

Für den Materialpreis 2022 sind Einreichungen möglich zwischen dem 1. Februar und 30. April. Im Mai tagt die Jury und verkündet ihr Urteil bei der Preisverleihung im Juni 2022.

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